"Immer leise Zweifel": Hansa will Klassenerhalt endgültig eintüten

Noch immer erhält der Klassenerhalt in Rostock keinen Vollzug, weil der Hansa-Kogge noch ein Punkt zur rechnerischen Gewissheit fehlt. Diesen Zähler wollen die Ostseestädter nun im Heimspiel gegen Paderborn (Samstag, 13:30 Uhr) holen. Doch vor Cheftrainer Jens Härtel und seiner Mannschaft steht ein Spiel voller Unwägbarkeiten.

"Bei Kwasniok weiß man nie"

Neun Punkte steht der F.C. Hansa Rostock vor dem 16. Platz, doch gefeiert wird noch nicht. "Solange das rechnerisch nicht durch ist, muss man immer vorsichtig sein und hat immer einen leisen Zweifel", betonte Jens Härtel in der Pressekonferenz vor dem kommenden Heimspiel. "Wie groß dieser Zweifel ist, mag ich nicht in Prozentzahlen. Auf uns kommt jetzt eine ganz unangenehme Aufgabe mit Paderborn zu." Denn mit den Ostwestfalen kommt die beste Auswärtsmannschaft der Liga ins Ostseestadion - und das ist noch nicht alles.

"Es ist extrem schwer, sich auf sie einzustellen. Sie haben permanente Wechsel in der Grundordnung und den Positionen", erklärte der Hansa-Coach und nahm seinen Paderborner Kollegen mit ins Boot. "Bei Lukas Kwasniok weiß man nie. Wir müssen uns auf unsere Sachen fokussieren und einen Plan B vorbereiten, wenn er wieder irgendwo eine Idee hat, mit der wir gar nicht gerechnet haben." Dazu stehen Härtel nahezu alle Spieler zur Verfügung - abgesehen von Pascal Breier (Covid-19), Lukas Scherff, Nils Fröling (beide Aufbautraining) und Maurice Litka (Knie-OP).

Auf "außergewöhnlich Schönes" vorbereitet

Erst nach dem nötigen Punktgewinn wird über das anschließende Vorgehen nachgedacht, so Härtel. Dass es notfalls auch ohne einen weiteren Zähelr reicht, spielte keine Rolle. "Am schönstens ist es immer, wenn man es selber schafft. Wir haben es in der eigenen Hand", bekräftigte der Coach. Deshalb sah er bislang auch keinen Leistungsabfall im Training - obwohl sich das ohnehin niemand erlauben darf. "Wer im Training jetzt die Füße hochlegt, der hat null Chance in den Kader zu rutschen", forderte Härtel weiterhin Disziplin von seinen Spielern. Entsprechend wird er im Saisonfinale keine Bonbons verteilen: "Solange wir nicht sicher sind, wird es keine Experimente geben."

Denn zwischen Hansa Rostock und dem Klassenerhalt stehen mindestens noch 90 Spielminuten. "Wenn der Schiri abpfeift, dann werden wir mehr wissen", blickte Härtel voraus. "Alle Abläufe sind geklärt, was danach passiert. Sollte etwas außergewöhnlich Schönes passieren, dann sind wir flexibel genug, uns anzupassen. Grundsätzlich haben wir aber den Fokus auf diesem Spiel", ließ der Übungsleiter dann doch noch einblicken. Doch dazu ist mindestens ein Punktgewinn nötig, um aus eigener Kraft die Gewissheit zu erlangen.

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