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Ingolstadt: Beiersdorfer will "Haltung zeigen und Orientierung geben“

IMAGO / foto2press

Mit Ruhe und Gelassenheit statt mit Kraftausdrücken will der neue Sport-Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer beim Schlusslicht FC Ingolstadt die Grundlagen zum stark gefährdeten Klassenerhalt legen. Bei seinem Amtsantritt kündigte der frühere Nationalspieler als kurzfristigen Schwerpunkt seiner Tätigkeit Arbeit an einem noch engeren Zusammenhalt zur Bewältigung der "sehr, sehr herausfordernden Situation“ an.

"Alleine ist man wenig“

"Ich möchte meine Aufgabe so angehen, dass ich Haltung zeigen und Orientierung geben will“, fasste Beiersdorfer auf der Vorstellungs-Pressekonferenz seine Vorstellungen von seiner neuen Position zusammen: "Es ist wichtig, dass wir alle super eng zusammenstehen. Alleine ist man wenig.“

Bei seiner Rückkehr ins Profi-Geschäft fünf Jahre nach seinem Abschied als Sportdirektor vom damaligen Bundesligisten Hamburger SV will Beiersdorfer zuvorderst einen positiven Wandel der Atmosphäre bei den Schanzern bewirken. "Ich möchte Freude und Zuversicht ausstrahlen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man das auch später auf den Platz bringt.“

Angesichts der prekären Tabellensituation muss der 57-Jährige beim Aufsteiger jedoch bis zum nächsten Punktspiel am 21. November (Sonntag) gegen den Karlsruher SC beinahe schon als Stimmungskanone fungieren. Nach zuletzt wieder drei Pleiten in Folge und insgesamt nur einem Punkt aus den vergangenen acht Begegnungen ohne Sieg steht Ingolstadt mit acht Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz bereits mit dem Rücken zur Wand.

Beiersdorfers Einsetzung in das seit 2019 verwaist gewesene Geschäftsführer-Amt ist nach der Entlassung von Trainer Roberto Pätzold und der Verpflichtung von Andre Schubert ist denn auch schon Ingolstadts zweiter Versuch eines Befreiungsschlages. "Wir erhoffen uns von Dietmar Beiersdorfer einen Impuls für eine 100-prozentige Fokussierung auf die nächsten Aufgaben, damit wir bald in ein sportlich positives Fahrwasser kommen und angreifen können“, erklärte Aufsichtsratschef Karl Meier und stellte klar: "Wir haben in den letzten beiden Spielen spielerisch und in der Stabilität schon einen Aufwärtstrend sehen können, aber wir brauchen unbedingt etwas Zählbares.“

"Sprechen nicht über 3. Liga“

Der Kampf um den Klassenerhalt hat für Beiersdorf, der als Mitglied der Geschäftsführung „aus oberster Position“ auch als Vorgesetzter des bislang glücklosen Sportdirektors Malte Metzelder agiert, denn auch oberste Priorität. Zur Entwicklung einer angestrebten Langzeit-Strategie hielt sich der Franke jedenfalls bedeckt: "Auch wenn ich dazu beitragen will, dass der Verein langfristig personenenunabhängig aufgestellt wird, ist jetzt nicht der Zeitpunkt, darüber zu sprechen.“

Trotz einer laut Meier "langfristig angelegten Zusammenarbeit“ wollten weder die Schanzer noch Beiersdorfer außerdem Angaben zur Laufzeit ihres Vertrages machen. Der Ex-Profi deutete jedoch an, im schlechtesten Fall auch nach einem Abstieg in die 3. Liga in Ingolstadt zu bleiben: "Wir sprechen nicht über die 3. Liga, aber wenn ich von einer mittel- und langfristigen Planung spreche, kann man sich über den Vertrag ja auch einiges denken.“