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Ingolstädter 1:6-Desaster: "Es gibt keine Ausreden“

© IMAGO / Lackovic

Roberto Pätzold wirkte noch blasser als sonst. Kreidebleich saß der Coach des FC Ingolstadt nach dem 1:6-Desaster bei Darmstadt 98 bei der Pressekonferenz auf dem Podium und bemühte mit leerem Blick sich um eine Erklärung für das eigentlich doch Unerklärliche.

"Fast in allen Belangen unterlegen“

"Wir waren in fast allen Belangen unterlegen. Was Körperlichkeit, Tempo und Zielstrebigkeit anbelangt, wurden uns ganz klar unsere Grenzen aufgezeigt. Nach Pause ging es für uns nur noch darum, uns nicht abschießen zu lassen, aber auch das ist uns nicht gelungen“, bilanzierte Pätzold das unerwartete Debakel der immer noch punktlosen Oberbayern gegen die zuvor auch noch sieglosen Hessen sichtlich konsterniert.

Das Gebot der Stunde im Lager der Schanzer lautete denn auch schlicht und einfach "Vergessen“. Torhüter Fabijan Buntic gab nach der "eindeutigen Klatsche“, wie Sportchef Malte Metzelder die demütigende Lehrstunde bezeichnete, auf Ingolstadts Homepage die Parole aus: "Wir können uns nur bei unseren mitgereisten Fans und allen Schanzern entschuldigen. Es gibt nach solch einem Spiel keine Ausreden, das ist jedem klar. Es zählt nur eines: abhaken – so schwer uns allen das auch fallen mag.“

Dabei war der Aufsteiger nach dem Erfolg im Erstrunden-Spiel des DFB-Pokals gegen den Ligakonkurrenten Erzgebirge Aue durchaus ambitioniert ans Böllenfalltor gekommen. "Wir hatten große Erwartungen und wollten nach dem Sieg gegen Aue den Trend auch in der Liga fortsetzen“, berichtete Pätzold niedergeschlagen von den zerschmetterten Träumen zumindest vom ersten Zähler der Saison.

Seine offensive Taktik mochte der Brandenburger allerdings nicht als Kardinalfehler ansehen. "Den Gegner früh zu attackieren, gehört zu unserer Identität“, rechtfertigte Pätzold die Vorgaben seines misslungenen Matchplanes.

Arbeit an mangelnder Konstanz

Trotz der alarmierenden Höhe der Abfuhr wollte der Nachfolger von Aufstiegscoach Tomas Oral die Pleite nicht als Fingerzeig für Probleme im weiteren Saisonverlauf werten. "Das ist ein Rückschlag, aber das bringt uns nicht von unserem Weg ab. Wir haben schon gezeigt, dass wir gegen gestandene Zweitliga-Mannschaften standhalten können“, meinte Pätzold schließlich fast schon trotzig. Sein neuer Plan: "Wir müssen konstanter werden, dann können wir auch punkten.“

Den Beweis für diese These wollen die Schanzer am Sonntag im bayerischen Derby mit dem 1. FC Nürnberg antreten, wie Pätzold noch vor der Rückreise betonte: "Das war einer von 34 Fights, den wir klar verloren haben. Jetzt geht es darum, den nächsten Kampf anzunehmen und gegen Nürnberg wieder ein anderes Gesicht zu zeigen.“