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Jahn-Torhüter: Absprache mit Schiedsrichter verhinderte Spielabbruch

"Sechs Sitzschalen entsorgt und zwischendurch auch mal wieder einen Ball gehalten.“ Da dem von Wurfgeschossen umgebenen Jahn-Torhüter Philipp Pentke in der Schlussviertelstunde nichts Schlimmeres passierte, kann man die ansonsten beschämenden Szenen des Relegationsspiels mit dem augenzwinkernden Satz von ARD-Kommentator Tom Bartels treffend zusammenfassen. Der Schlussmann avancierte in den letzten Minuten des Rückspiels in der Allianz-Arena zum coolsten Mann vor der überhitzten 1860-Fankurve.

Pentke entsorgte Sitzschalen und Fahnenstangen

Und nahm es gleich nach dem Schlusspfiff mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor. "Ich komme aus dem Osten, ich bin solche Zustände fast gewohnt“, erklärte der gebürtige Freiberger gegenüber der "dpa". Auch wenn er bei seinen bisherigen Profi-Stationen in Cottbus und Chemnitz solche Szenen noch nicht erlebt hatte, stellte sich der 32-Jährige während in den letzten Minuten clever auf den ungewöhnlichen Niederschlag im Strafraum ein. "Immer wenn ein Raunen im Stadion war, wusste ich, dass jetzt eine Sitzschale geflogen kommt“, erläuterte Pentke. Jene Sitzschalen und Fahnenstangen also, die er danach demonstrativ gelassen hinter der Torauslinie entsorgte.

Pentkes Absprache mit dem Schiedsrichter verhindert Spielabbruch

"Ich hatte mit dem Schiri die klare Absprache: Solange ich nicht getroffen werde, soll ich dafür sorgen, dass alles wieder vom Platz wegkommt. Ein bisschen Risiko war schon dabei.“ Auch während der fünfzehnminütigen Unterbrechung bat Pentke Schiedsrichter Daniel Siebert vorerst Ruhe walten zu lassen. "Mach unbedingt weiter! Die Polizei steht ja da, die können etwas aushalten mit ihren Rüstungen." Es bleibt zu hoffen, dass Pentke derartige Coolness nicht noch einmal in seiner Karriere beweisen muss.