Karlsruher SC: Christian Eichner könnte Dauerlösung sein
Einen Tag nach der Entlassung von Alois Schwartz als Cheftrainer des Karlsruher SC wurden in der "Badischen Neuesten Nachrichten" die Hintergründe erläutert. Sportdirektor Oliver Kreuzer und Präsident Ingo Wellenreuther äußerten sich zu der Lage des Klubs, dem anstehenden Pokalhit und dem Vertrauen zu Interimscoach Christian Eichner.
Keine Trainersuche veranlasst
Als aktiver Profi stand Christian Eichner in den ersten beiden Ligen für den Karlsruher SC auf dem Platz, danach zog es den Abwehrspieler nach Hoffenheim, Köln und Duisburg. Fast sechs Jahre nach seinem letzten Spiel wird der 37-Jährige erstmals als Cheftrainer an der Seitenlinie seines Jugendklubs stehen, wenn die Karlsruher im Achtelfinale des DFB-Pokals auf den 1. FC Saarbrücken treffen wird. "Ich möchte dem Verein helfen und werde versuchen, etwas zurückzugeben. Ich möchte versuchen, den Jungs etwas fürs Spiel mitzugeben", bereitet sich der Ex-Profi nach einem Bericht des "BNN" gewissenhaft auf die Partie vor.
Damit tritt Eichner interimsweise die Nachfolge von Alois Schwartz an, der zusammen mit Co-Trainer Dimitrios Moutas am Montag von seinen Aufgaben entbunden wurde. Asstieren wird ihm U19-Coach Zlatan Bajramovic. Ziel sei es, das "Gute noch besser zu machen, wie es ab und zu schon war, und vielleicht ein bisschen Eichner/Bajramovic reinzubringen". Wird Eichner dann möglicherweise sogar zur Dauerlösung? Präsident Ingo Wellenreuther und der Beirat des KSC gaben jedenfalls keinen Auftrag an Sportdirektor Oliver Kreuzer weiter, dass dieser nach einem neuen Coach suchen solle.
Kreuzers zwei Gesichter
"Christian genießt unser volles Vertrauen", stärkt daher auch Kreuzer dem Interimstrainer den Rücken. Doch wie gewichtig das Wort der Kaderplaners noch ist, ist momentan ungewiss. Immerhin schwor der 54-Jährige auch Ex-Coach Schwartz das Vertrauen, einen Tag später wurde der Aufstiegscoach geschasst. "Wie es im Fußball so ist, macht man sich irgendwann seine Gedanken", ließ Kreuzer nun in die Hintergründe der Schwartz-Entlassung einblicken. Demnach habe die Frage nach der Art und Weise des Auftritts in den letzten Wochen eine entscheidende Rolle gespielt: "Dazu kamen Gespräche mit vielen anderen Personen. Irgendwann hat sich bei mir eben der Eindruck verfestigt, dass es der richtige Zeitpunkt für eine neue Ansprache, einen neuen Impuls ist."
Dass die Trainerdiskussion tags zuvor noch "kein Thema" sei, blieb unkommentiert. "Der Sportdirektor hat uns die Analyse präsentiert, hat viele, viele Gespräche geführt", führt dagegen KSC-Präsident Wellenreuther den Entscheidungsprozess weiter aus: "Das Ergebnis seiner Analyse war, dass beide Geschäftsführer, er und Michael Becker, dem Beirat die Freistellung des Trainers vorschlugen." Und dieser nahm den Vorschlag an, sodass nun Christian Eichner auf der Bank Platz nehmen wird. Und das möglicherweise langfristig.