"Kaum noch plausibel zu vermitteln": Dynamo kritisiert Fan-Ungleichheit
Mit dem 3:0-Erfolg im Aufsteigerduell gegen den FC Ingolstadt verbuchte die SG Dynamo Dresden einen Start nach Maß. Was die Verantwortlichen jedoch ärgerte, war die geringe Anzahl an zugelassenen Zuschauern. Geschäftsführer Jürgen Wehlend monierte die fehlende Gleichbehandlung.
Aue und Zwickau mit höherer Auslastung
"Unter den auferlegten Bedingungen war das Harbig-Stadion mit nur 7.102 Zuschauern ausverkauft", sagte der 55-Jährige gegenüber der "Bild". Dabei hatten die Schwarz-Gelben im Vorfeld gehofft, die von der Politik festgelegte Stadion-Auslastung von 50 Prozent umsetzen zu können. Somit wären 16.000 Zuschauer und damit mehr als doppelt so viele möglich gewesen. "Aber das stellte sich aufgrund der darin nicht berücksichtigten Mindestabstandsvorgaben der Landeshauptstadt als Trugschluss heraus", meinte Wehlend. Denn zwischen den Gruppen mussten 1,5 Meter und somit zwei Sitzplätze freigehalten werden.
Was dem Geschäftsführer ein Dorn im Auge ist: Andere Vereine in Sachsen dürfen mehr Fans ins Stadion lassen. Bei Ligakonkurrent Erzgebirge Aue sind 12.000 Fans möglich, der FSV Zwickau hätte sein Stadion gegen Borussia Dortmund II sogar zu 100 Prozent auslasten dürfen. "Und das im selben Bundesland. Das ist kaum noch plausibel zu vermitteln."
"Lebensnahe Entscheidungen aus Politik und Verwaltung"
Das Dresdner Gesundheitsamt äußerte sich gegenüber der Zeitung und erklärte die niedrige Zuschauerzahl. Das läge an den einzuhaltenden Mindestabständen zwischen den Käufergruppen. "Aus diesen Regelungen heraus ergibt sich dann die Auslastung des Stadions. Die Auslastung des Stadions im Detail ist mit dem Verein direkt zu besprechen." Wehlend forderte eine Anpassung der Denkweise, da ohnehin nur geimpfte, genesene oder getestete Menschen in die Stadien dürfen: "Hier brauchen wir klare Perspektiven und lebensnahe Entscheidungen aus Politik und Verwaltung!"