VfL Osnabrück: Kritisierte Rückversicherung sichert Liquidität
Neun Vereine der 2. Bundesliga sollen unmittelbar von der Insolvenz bedroht sein, kann der Fußball nicht bald zu seinen gewohnten Strukturen zurückkehren. Als Aufsteiger aus der 3. Liga sei die Situation beim VfL Osnabrück allerdings nicht existenzbedrohend, wie Geschäftsführer Jürgen Wehlend erklärt.
Vorteil durch kleine Struktur
Der wesentliche Unterschied zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga ist wohl die Verteilung der TV-Gelder, denn anhand dieser einzelnen Prämisse sind bereits viele finanzielle Probleme in der dritten Liga erklärt. "Wir haben das Zehnfache an TV-Einnahmen im Vergleich zur 3. Liga. Wir reden hier über etwa 50 bis 60 Prozent der Einnahmen für einen kleinen Zweitligisten", erklärt Wehlend im "NDR", der mit seinen Osnabrückern die Klasse im letzten Jahr als Drittliga-Meister verlassen hatte.
Deswegen ist die Situation an der Bremer Brücke nun eine andere, als bei vielen ehemaligen Konkurrenten. Und auch eine andere, als bei vielen derzeitigen Konkurrenten. Denn wie der "Kicker" berichtete, sollen neun Teams aus dem Unterhaus eine Insolvenz fürchten. Dazu gehört der VfL nicht. "Wir haben den kleinen Vorteil, dass wir gerade auf der 3. Liga aufgestiegen sind und in der Infrastruktur und personellen Struktur eher noch wie ein Drittligist aufgestellt sind", begründet Wehlend den Komfort als vermeintlich "Kleiner" der Liga. Aber die Osnabrücker haben noch einen weiteren Vorteil.
"Chance etwas besser aufgestellt zu sein"
Im Rahmen der Sanierung in der Spielzeit 2014/15 schloss der Klub eine Rückversicherung für Spielausfälle ab. Dies ist wohlgemerkt keine Ausfallversicherung, wie sie der Verband hat - die greift nämlich im Fall einer Pandemie nicht. Beim VfL gibt die Rückversicherung aber andere Möglichkeiten, wie Wehlend beschreibt: "Wir sind in der Lage, bestimmte Kredite abzuschließen. Diese verschaffen uns günstigerweise eine Liquiditätssituation, mit der wir über die Saison hinaus planen können. Dadurch können wir auf die Unwägbarkeiten reagieren." Dabei wurde der Klub in der Vergangenheit sogar dafür kritisiert, Geld für eine solche Versicherung auszugeben.
Denn viele Klubs, ob von der Insolvenz bedroht oder nicht, sehen es derweil wegen der unsicheren Entwicklung im wirtschaftlichen Bereich aktuell als enorme Herausforderung an, das Budget für das nächste Jahr festzulegen. Ein Trumpf für den VfL Osnabrück? "Wir haben zwar auch nicht die Ertragssituation wie ein durchschnittlicher Zweitligist", sieht Wehlend auch die andere Seite, kann sich jedoch sicher sein: "Aber auch jetzt eben die Chance etwas besser aufgestellt zu sein."