• Facebook
  • Twitter

"Keine Rechtfertigung": Dynamo verurteilt Ausschreitungen am Millerntor

© imago images / foto2press

Dass die Partie eine besondere Brisanz birgt, dürfte allen Beteiligten vor dem Gastspiel der SG Dynamo Dresden beim FC St. Pauli bewusst gewesen sein. Während sich die Aggressionen beim 0:0 auf dem Rasen in Grenzen hielten, schwappten sie auf den Tribünen mehrfach über. Negativer Höhepunkt: Gewalttätige Angriffe von Dynamo-Fans auf Ordner und Polizisten. In einer Stellungnahme distanzierte sich Dynamo von den Gewalttätern – und kritisierte St. Paulis Sicherheitskonzept.

Kritik an Ausschreitungen und Sicherheitskonzept

Eines machte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born schon zu Beginn seiner Stellungnahme auf der Vereinswebsite deutlich: "Menschen, die die Gesundheit von anderen so rücksichtslos aufs Spiel setzen, haben in unserer Sportgemeinschaft nichts verloren." Gemeint waren die rund 30 Dynamo-Anhänger, die nach dem Schlusspfiff des Dresdner Gastspiels beim FC St. Pauli aus dem Gästeblock kletterten und sich wilde Prügeleien mit Ordnungspersonal und Polizei lieferten. Für derlei Verhalten, so Born weiter, "kann es keine Rechtfertigung und auch keine Entschuldigung geben."

 

Zwölf Ordner und sechs Polizisten wurden laut Polizeiangaben bei den Übergriffen verletzt, insgesamt 22 Personen noch im oder vor dem Stadion festgenommen. Born verurteilte das Verhalten der Dynamo-Anhänger zwar aufs Schärfste, stellte zugleich aber auch das Sicherheitskonzept der Hamburger infrage. Kaum nachzuvollziehen sei, dass "zu keinem Zeitpunkt eine taugliche Fantrennung unter Berücksichtigung der besonderen Rivalität beider Anhängerschaften zu erkennen war. Hier stellen wir ganz klar ein organisatorisches Versäumnis unter Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Punkte des Gastgebers fest."

"Beide Seiten sollten noch enger zusammenarbeiten"

Abschließend zog Dynamos Geschäftsführer Resümee. Für die Sachsen liegen die nötigen Konsequenzen auf der Hand. "Beide Seiten sollten bei der Vorbereitung noch enger zusammenarbeiten", befand Born. Wenngleich das Sicherheitskonzept des FCSP eine Betitelung als solches nicht verdient habe, "stimmt es uns sehr nachdenklich, dass die Einforderung von derartigen Maßnahmen notwendig ist, um zu verhindern, dass auf Grund der gegenseitigen Anfeindungen und Provokationen noch Schlimmeres bei zukünftigen Spielen passiert."

Dass derartige Befürchtungen durchaus begründet sind, zeigt eine Auflistung der Ereignisse rund um die Partie vom Freitag, die der SGD zum jetzigen Zeitpunkt bekannt sind. Unter anderem seien Dynamo-Fans auf dem Gästeparkplatz angegriffen worden, weiterhin sei es vermutlich zu mehreren Fällen von schwerem Landfriedensbruch gekommen.