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Kiel erstmals Halbfinalist: "Haben bestanden, wo andere gescheitert sind"

© IMAGO / Nordphoto

Rielasingen, München, Darmstadt, Essen – die Pokalreise der KSV Holstein Kiel geht unaufhaltsam weiter, sodass die Störche nach ihrem 3:0-Sieg am Mittwochabend erstmals ins Halbfinale des DFB-Pokals einziehen. Cheftrainer Ole Werner und seine Mannschaft profitierten dabei zunächst von einem zweifelhalften Elfmeter, zeigten danach aber eine souveräne Vorstellung als vermeintlicher Favorit.

Historisch ins Kiels Geschichte

"Das ist eine ganz krasse Fehlentscheidung, ein Riesen-Skandal", wetterte RWE-Boss Marcus Uhlig nach der 0:3-Niederlage seiner Essener gegen Holstein Kiel bei "Sky" gegen die Elfmeterentscheidung und führte frustriert aus: "Wir haben 20.000 Euro für die Installation der Videokameras bezahlt und man fragt sich, ob die alle geschlafen haben." Der Strafstoß, den Dennis Grote gegen KSV-Angreifer Finn Porath verursachte, war nach dem Kieler Sieg am Mittwochabend das übergreifende Thema des Abends beim Gegner. An der Förde überwog dagegen die Freude, wie Innenverteidiger Simon Lorenz verdeutlichte: "Ich bin einfach froh, dass wir im Halbfinale stehen. Wir haben Historisches geschafft."

Denn Holstein Kiel ist erstmals in der Vereinsgeschichte unter den letzten vier Mannschaften des Pokals. "Wir sind sehr stolz drauf. Es sind noch vier Kugeln in der Trommel und wir sind dabei", betonte Cheftrainer Ole Werner und versprach: "Heute Abend wird das ein oder andere Bier getrunken, wir haben noch einen langen Bustour zurück. Eigentlich wollten wir fliegen, aber in Kiel ist mal wieder Nebel." Das beste Pokalergebnis seit Bundesliga-Gründung für die Kieler war bis dato ein Viertelfinale, das die Störche in der Saison 2011/12 gegen Borussia Dortmund verloren. Damals gegen Meister-Macher Jürgen Klopp.

"Akustischen Kontakt vernommen"

Nun räumten die Kieler nicht nur Bayern München auf dem Weg ins Halbfinale weg, sondern auch Liga-Konkurrenten und vermeintliche Underdogs. Ganz so einfach, wie es anhand des Ergebnisses auf dem Papier nachher klang, war es in Essen nicht. So der Cheftrainer: "Insgesamt war es das Spiel, mit dem zu rechnen war. Dennoch muss man sich vor Augen führen, dass wir hier bestanden haben, wo ganz andere Mannschaften gescheitert sind." Zum Elfmeter konnte der Coach derweil nicht viel sagen, weil er sich die TV-Bilder vor der Pressekonferenz nicht angeschaut hatte. "Ich hab das aus 80 Metern vom Spielfeldrand gesehen und folglich nicht die Perspektive gehabt. Im Spiel selbst hätte ich gedacht, dass es ein klarer Elfmeter ist. Ich habe auch akustischen Kontakt vernommen", erklärte Werner – gab aber auch zu Bedenken, dass sich seine Meinung nach Ansicht der Fernsehbilder ändern könnten.

Nach dem viel diskutierten Strafstoß folgte der Kieler Doppelpack durch Janni Serra, ehe Joshua Mees das Duell in der Schlussphase entschied. Mit Borussia Dortmund und RB Leipzig stehen bereits namhafte Halbfinalisten fest, der letzte Teilnehmer wird in der Partie zwischen Jahn Regensburg und Werder Bremen ermittelt. "Fürchten müssen wir uns als Holstein Kiel vor niemandem", gab Werner selbstbewusst vor, dass mit den Störchen weiterhin zu rechnen ist.