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Kiel: Gemischte Gefühle nach 4:4-Torfestival

An dieses Spiel werden sich die Beteiligten wohl noch lange erinnern. Mit 4:4 trennten sich am Freitagabend der SC Paderborn und Holstein Kiel. Dabei bewiesen die Gäste aus dem hohen Norden eine große Moral, gaben den Auswärtssieg jedoch in den Schlussminuten noch aus der Hand. Freude und Frust lagen nach Schlusspfiff nah beieinander.

0:1 nach 9 Sekunden

"Ich weiß nicht, ob ich zufrieden mit diesem Ergebnis sein soll. Es ist ärgerlich, aber wir haben mit großer Leidenschaft gespielt. Hut ab vor beiden Mannschaften", das Schlusswort von Holstein-Trainer Tim Walter beschrieb die Gefühlslage der Kieler am Freitagabend sehr gut. Soeben hatte sein Team ein außergewöhnliches Spiel gespielt und den Fans ein wahres Spektakel geboten. Lediglich neun Sekunden waren in der Benteler-Arena gespielt, da zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Nach eigenem Anstoß spielte Johannes Van den Bergh den Ball zurück zu Innenverteidiger Stefan Thesker, der zu zögerlich agierte. Paderborn-Stürmer Babacar Gueye spritzte dazwischen und schob zur Führung ein. "Der Boden war stumpf, der Ball wurde immer langsamer und ich habe ihn falsch eingeschätzt", beschrieb Unglücksvogel Thesker die Situation aus seiner Sicht. Die Kieler zeigten sich allerdings nicht lange geschockt und schlugen nur fünf Minuten später zurück. Doch die Freude währte nur kurz, Paderborn warf die Offensivmaschine an und stellte bis zur Halbzeit auf 3:1. Was dann in der zweiten Halbzeit geschah, beschrieben die Beteiligten vor allem mit einem Wort: Wahnsinn!

"Wir sind die Comebacker des Jahres"

Holstein Kiel drehte innerhalb von neun Minuten die Partie und vergab kurz vor Schluss noch den Sieg. Zolinski stellte in der 90. Minute auf den 4:4-Endstand. "Das war kein Spiel wie jedes andere, wir haben dem neutralen Zuschauer ein Festival geboten. Unfassbar, dass wir dieses Spiel noch drehen. Am Ende müssen wir aber so clever sein, dass wir dieses Ergebnis auch nach Hause bringen. Aber irgendwie passt auch dieses Tor zu diesem Spiel", schilderte Kenneth Kronholm seine Gefühlslage nach der Partie. Auch Sportdirektor Fabian Wohlgemuth wusste das Endergebnis nicht so richtig einzuordnen: "Ein Punkt fühlt sich für dieses Spiel zu wenig an. Aber: Wir sind die Comebacker des Jahres, die Mannschaft hat wieder einmal ein großes Herz bewiesen und sich die Länderspielpause redlich verdient." Auch Thesker zeigte sich am Ende froh, dass sein Fehler vor dem 0:1 nicht eine Niederlage einleitete: "Wir geben die Tore zu leicht weg, aber trotzdem hatten wir immer das Gefühl, wir können jederzeit ein Tor erzielen. Und dann kommen wir in der zweiten Halbzeit raus, vergeben vier klare Torchancen und erzielen dann noch drei Tore – ein Wahnsinn."