• Facebook
  • Twitter

Kiel vor Bayern-Pokalspiel im Fokus: "Ganz einfach wird es nicht"

© imago images / Holsteinoffice

Holstein Kiel trifft am Mittwochabend erstmals in der Vereinsgeschichte auf den FC Bayern München in einem Pflichtspiel. Das Zweitrunden-Match im DFB-Pokal gegen den deutschen Rekordmeister kann Cheftrainer Ole Werner im Vorfeld durchaus mit dem realistischen Blick eines Außenseiters einschätzen, in dem die KSV möglichst lange ihre Chancen wahren will. Mit Trainerkollege Marco Rose wird Werner vorher aber nicht telefonieren.

Werner verteilt keine Geschenke

Am 5. Spieltag der laufenden Saison feierte der FC Bayern München einen 5:0-Sieg in der Bundesliga, seither kassierte der deutsche Rekordmeister in jedem Spiel mindestens ein Gegentor. Zwar verloren die Münchener trotzdem nur eine Partie, aber deswegen wird KSV-Cheftrainer Ole Werner vor dem Pokalauftritt seiner Kieler gegen den amtierenden Meister nicht zum Telefon greifen. "Ich habe nicht vor, mit Marco Rose zu telefonieren. Das letzte Spiel gegen Gladbach ist noch nicht so lange her, das haben wir auch gesehen", spielte der 32-Jährige lächelnd auf die jüngste Niederlage des kommenden Gegners an.

Dennoch will auch Werner die Chancen seiner Mannschaft wahren. "Wenn man über Bayern München und Abwehrlücken spricht, dann sind sie in der Regel kleiner, als bei anderen Mannschaften. Trotzdem haben wir Ideen, wie für uns Räume entstehen können", kündigte der Cheftrainer an und entledigte sich jeglicher Gedanken, dass beim Pokalspiel Bonbons für Reservisten der Kieler verteilt werden. So wird beispielsweise auch Stammkeeper Ioannis Gelios den Kasten hüten. Ob Bayern gegen den Zweitligisten eine bessere B-Elf ins Rennen schicken wird, war Werner im Vorfeld nicht wichtig: "Am Ende werden Elf gegen Elf spielen. Egal, wer bei Bayern München auf dem Platz steht, so ganz einfach wird es nicht. Insofern konzentrieren wir uns nur auf uns."

"Wollen Chance größer werden lassen"

Das Augenmerk der Kieler lag in der kurzen Trainingswoche logischerweise auf dem Defensivverhalten. Trotzdem will sich Werner nicht ausschließlich auf die Abwehr konzentrieren, denn nach möglichen Ballgewinnen soll es schließlich auch nach vorne gehen: "Du kannst die Murmel nicht einfach irgendwo hin dreschen, dann wird es ein langer Abend." Allerdings wird dieser, wie zuletzt gewohnt, natürlich ohne Publikum stattfinden. Den Störche bleibt damit ein euphorisches Gefühl von den Rängen vorenthalten, auch sonst ist das Umfeld ruhig. Ähnlich geht es Werner in der Vorbereitung an: "Die Abläufe, die wir haben, in der Vorbereitung und in der Kabine, sind sehr ähnlich im Vergleich zu einem normalen Liga-Spielen."

Sich mit der "besten deutschen und aktuell auch weltweiten Mannschaft" zu messen, sorge trotzdem für eine gewisse Motivation. "Logischerweise ist es morgen Abend so, dass wir der Underdog sind und unsere Chance nicht allzu hoch beziffert wird", schätzte Werner die Möglichkeiten seines Teams realistisch ein, aber der Pokal kennt schließlich auch seine eigenen Regeln: "Wir wollen die Chance im Laufe des Spiels größer werden lassen, aber wir wissen, was da auf uns zukommt." Und im Fall der Fälle würde den Kielern bestimmt etwas einfallen, um einen Überraschungs-Coup angemessen zu feiern.