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Kiel will offensiv ins Spitzenspiel: "Haben kleine Rechnung offen"

© IMAGO / Uwe Kraft

In Fürth treffen zwei der drei stärksten Auswärtsteams am Montagabend aufeinander. Liegt der Trumpf daher bei Holstein Kiel, weil die Kleeblätter im heimischen Stadion antreten müssen? Schon bei einem Remis können sich die Störche die Tabellenspitze holen, doch dabei muss KSV-Cheftrainer Ole Werner ausgerechnet auf Top-Stürmer Janni Serra verzichten.

Muskelfaserriss beim Angreifer

"Vom Schmerzempfinden her ist es nicht allzu schlimm, von der Bildgebung ist es deutlich zu sehen", verdeutliche Ole Werner in der Pressekonferenz vor dem Spitzenspiel am Montagabend, dass er bei KSV-Stürmer Janni Serra aufgrund dessen Muskelfaserrisses kein Risiko eingehen wird – und den wohl scheidenden Stürmer ohne Einsatz nicht einsetzen wird. Weil auch Fin Bartels aufgrund einer Gelbsperre ausfällt, wird die Kieler Offensive improvisieren müssen. "Benjamin Girth spielt schon eine Rolle", zeigte sich Werner zuversichtlich, dass der Stoßstürmer trotz eigener Knieprobleme für Montagabend fit wird. Andernfalls gestand der Coach ein, dass nicht wirklich gleichberechtigte Alternativen bereitstehen: "Janni ist ein Spielertyp, den wir in unserem Kader nur einmal haben. Es ist eine Schwächung für uns."

In diesem Fall gilt es den Ausfall anderweitig als Mannschaft aufzufangen. Mit drei Siegen in der Liga in Folge funktionierte das Kieler Kollektiv zuletzt hervorragend. In Fürth soll die Serie fortgesetzt werden, auch, weil KSV-Kapitän Hauke Wahl sich auch noch an die 1:3-Niederlage im Hinspiel erinnerte: "Wir wollen es auf jeden Fall besser machen, als im Hinspiel. Da haben wir noch eine kleine Rechnung offen. Wir haben richtig Bock." Damals siegte Fürth als Auswärtsteam, dieses Mal Kiel? Beide Teams haben auf fremden Plätzen 22 Punkte gesammelt – in beiden Fällen ist die Ausbeute in der Fremde daher größer, als im eigenen Stadion.

Kein defensiver Ansatz

Spricht das für Kiel? "Es ist ein Spiel zweier Mannschaften, die jetzt über 21 Spieltag bewiesen haben, dass sie irgendwo zurecht da oben sind", legte sich Cheftrainer Werner nicht fest, dass es in der Partie einen Favoriten gäbe. Aktuell sind die Kieler noch drei Punkte vor der Spielvereinigung, könnten sich aber schon mit einem Punktgewinn die Tabellenspitze holen. Bei einem Sieg mit drei Toren Differenz für die Fürther wären allerdings die Kleeblätter neuer Spitzenreiter der 2. Bundesliga. "Der Kitzel ist schon auch da, weil wir wissen, auf welche Mannschaft wir treffen. Jeder weiß, dass wir in allen Bereichen auf 100 Prozent sein müssen. Nicht allein wegen der Tabellensituation", ordnete Werner das Spiel zwischen dem Dritten und Vierten ein. Denn der Coach weiß: "Von der ganz, ganz heißen Phase sind wir noch ein Stück entfernt."

Fakt ist, dass ein Spitzenspiel auf die Kieler wartet. Die Fürther Formation in einer Raute würden den Störchen Räume auf den Außenbahnen, wo die Wege lang sind, bieten – so Ole Werner. Andererseits hätte Fürth dadurch im Zentrum personelles Übergewicht. "Der Kollege in Fürth wird auch wissen, welche Vor- und Nachteile eine Raute bringt", wollte Werner nicht einblicken lassen, welche Lösungen er für die verschiedenen Faktoren des kommenden Spiels einplant. Klar ist, dass sich die Kieler nicht verstekcen werden: "Wir werden nicht alles über den Haufen werfen, was uns auszeichnet. Grundsätzlich kann es sein, dass man einen defensiveren Ansatz gegen offensivstarke Außenverteidiger wählt. Das wäre für mich aber eine falsche Haltung im Spiel."