Kommentar: Wie die Arminia vom Kurs abgewichen ist

Nicht nur in der Tabelle ist Arminia Bielefeld vom Radar der Nichtabstiegsplätze ein Stück weit entfernt. Generell ist der Verein etwas vom zunächst ausgegebenen Kurs abgekommen. Auch die jüngste sportliche Entwicklung inklusive Trainerentlassung werfen Fragen über die Ostwestfalen auf. Zwar belegt der DSC im Moment den 17. Platz in der Tabelle und eine Besserung ist vorerst noch nicht in Sicht, dennoch ist die Lage keinesfalls hoffnungslos.
Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt beispielsweise nur einen Zähler. Auf das "rettende Ufer" sind es fünf. Die Devise für den Monat März lautet "drin bleiben". Mit einer Ticketaktion wollen die Verantwortlichen mehr Zuschauer auf die heimische Alm locken, um die so wichtigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Schon das nächste Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue (13.) hat Endspielcharakter.

Kam Krämers Entlassung zu früh?

Im letzten Spiel unter Ex-Trainer Stefan Krämer zeigte die Mannschaft eine erschreckend schlechte Leistung und verlor gegen Ingolstadt mit 2:0. Als "Angsthasenfußball" bezeichnete DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer die gebotene Vorstellung. Dass der Coach zwei Tage später seine Sachen packen musste, kam für die meisten überraschend. Doch schon einmal stand Krämer in der Kritik. Nach einer Serie von Niederlagen standen die Blauen mit dem Rücken zur Wand. Doch der Aufstiegstrainer Krämer schien seine Mannschaft nach wie vor zu erreichen. Acht Pleiten ließ der DSC zwei Siege und ein Remis folgen. Darunter auch ein fulminantes 4:1 gegen das Top-Team Greuther Fürth. Erreicht hat Krämer die von ihm geformte Elf noch. Da stellt sich also die Frage: War die Entlassung schon notwendig? Immerhin mussten die Bielefelder auf zahlreiche Stammkräfte verzichten, auch deshalb kam die harmlose Vorstellung gegen den FCI zustande. Außerdem wollten die Verantwortlichen der Arminia lange Zeit für eine gewisse Kontinuität stehen. Hinterher ist man zwar immer schlauer. Aber der Kämpfer Stefan Krämer hätte für sein Endspiel eine Woche später mit Sicherheit alle Kräfte gebündelt. Neu-Coach Norbert Meier blieben ebenfalls nur wenige Tage um das Team auf die Partie bei Fortuna Düsseldorf (0:2) vorzubereiten. Die Trainingswoche war zu kurz. Der angedachte "Trainereffekt" blieb folgerichtig aus.

Meier mit Qualitäten als Feuerwehrmann?

Zwar hat der Krämer-Nachfolger Meier bereits mit seiner Arbeit für Fortuna Düsseldorf, die er bis in die Bundesliga führte, bewiesen, dass er ein guter Trainer ist. Bei den Ostwestfalen trifft der 55-Jährige allerdings auf einen ganzen Stapel von Aufgaben. Ganz besonders in der Abwehr brennt es beim DSC. Hier will Meier deshalb als erstes ansetzen. Bei seiner ersten Partie als Trainer zeigte das Team 40 Minuten lang eine konzentrierte Defensivleistung bis Fortunas Charlison Benschop den augenscheinlich verunsicherten Außenverteidiger Marcel Appiah überlief. Fortan agierten die Gäste ähnlich mutlos wie zuletzt. Dass die Startelf kaum Überraschungen aufwies, war keine Überraschung. Der neue Coach kennt sein Team erst eine Woche. Das zweite Tor von Düsseldorf ist ein weiteres Indiz für den Zustand der Mannschaft. Als ein Ball in der Vorwärtsbewegung verloren ging, verteidigte niemand von den Arminen entschlossen genug um Erwin Hoffer zu stoppen. Gefährlich wurden die Blauen in den letzten Minuten auch nicht mehr.

Das Transferfenster ist geschlossen. Meier muss also mit dem vorhandenen Spielermaterial auskommen. Dass in vielen Kickern das Potenzial für die 2. Bundesliga steckt, haben die zwischenzeitlichen "Hochs" bewiesen. Zusammen mit der Unterstützung durch die Fans ist den Blauen noch viel zuzutrauen. Nun sind Meiers Aufgaben den Ostwestfalen wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt zu machen und das Team zu stabilisieren. Manchmal bringen schon kleine Elemente die Trendwende. Ein Heimsieg am Samstag gegen Aue würde es sicherlich tun. Dann würden in Bielefeld vielleicht wieder Erinnerungen an erfolgreiche Zeiten wie den Saisonstart aufkommen und das dringend benötigte Selbstvertrauen wieder zu den Spielern finden.

FOTO:  Tobias Hänsch // unveu.de

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ommentare

  1. Die Entlassung kam zu spät ! Das Barometer ging klar noch unten seit Monaten. Dafür gibt es viele Gründe..unter anderem ist Herr Krämer nicht in der Lage gewesen, beim Klos-Ausfall Systemänderungen, Taltik und Ausstellungsänderungen durchzuführen, um z.b. ein 4-4-2 zu spielen. Den Torwart zu wechslen, neue/ ausgeliehene Leute zu integrieren. Er hat immer auf sein 3. Liga Team gesetzt und genauso präsentierte sich die Mannnschaft seit Monaten, denn einige sind da nun mal nicht 2 Liga tauglich, aber Lieblingspieler des Herrn oder des Herrn Torwarttrainer Kostmann, der im übrigen auch gefeuert gehört !! Ob das Ruder umgerissen werden kann ist schwer zu sagen, die Mannschaft ist verunsichert. Ggen Düsseldorf war klar zu sehen, Norbert Meiers Handschrift in der 1 Halbzeit, Krämers in der 2ten.

  2. Der Trainerwechsel war grundfalsch. Punkt. Arminia hat die Chance vertan etwas langfristig aufzubauen. Wie man’s mach zeigt Brauschweig.

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