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Koschinat will die "DNA des SV Sandhausen wecken"

© imago/foto2press

Nun ist es amtlich: Der neue Mann an der Seitenlinie beim SV Sandhausen heißt Uwe Koschinat. Der langjährige Trainer des Drittligisten SC Fortuna Köln wechselt mit sofortiger Wirkung nach Baden-Württemberg, unterschreibt bis zum 30.06.2020. Auf der Pressekonferenz äußerten sich SVS-Geschäftsführer Otmar Schork und der neue Übungsleiter zu den Details des Wechsels. Schon im Zuge der Trainersuche vor knapp zwei Jahren hatte Schork erstmals bei Koschinat angefragt.

Koschinat: "Das Paradies in Köln"

Es kam dann doch überraschend: Uwe Koschinat verlässt Fortuna Köln nach siebeneinhalb Jahren und coacht künftig den SV Sandhausen. Keine leichte, aber eine gut durchdachte Entscheidung, wie der 47-Jährige klarstellte: "Ich hatte als Cheftrainer ein Stück weit das Paradies in Köln. Dieser Punkt ist nun aufgebrochen." Das wiederum, erklärt Koschinat weiter, "habe ich mit vollem Bewusstsein getan."

Der Kontakt zu SVS-Geschäftsführer Otmar Schork bestand indes schon seit längerer Zeit. "Vor zwei Jahren haben wir uns bei mir im Wohnzimmer kennengelernt. Aus einem Kennenlerngespräch wurde schnell ein Fachgespräch." Mehr allerdings nicht. Zwar hatten die Sandhäuser durchaus ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit, Koschinat entschied sich zunächst jedoch für einen Verbleib bei den Domstädtern – ein regelmäßiger Austausch hingegen fand auch in der Folgezeit statt.

Schork: Einer der ersten Anrufe ging an Koschinat

Etwa 50 Trainer haben sich laut Otmar Schork seit der Entlassung Kenan Kocaks vor genau einer Woche in Sandhausen gemeldet. Für Schork lag es jedoch nahe, noch einmal in Köln anzufragen. Zumal sich die Vertragssituation Koschinats mittlerweile anders darstellte. Klarstellen wollte der Geschäftsführer jedoch: Die Verpflichtung des neuen Trainers sei keinesfalls von langer Hand geplant gewesen, "weil wir eigentlich mit Kenan Kocak verlängern wollten."

Auch Koschinat selbst betonte, dass "die vertragliche Situation nun klarer geregelt war" als noch vor zwei Jahren. Dementsprechend fair und durchsichtig seien die Verhandlungen gelaufen. Wenngleich dem gebürtigen Koblenzer eines durchaus bewusst ist: "Natürlich hat es immer einen faden Beigeschmack, eine Mannschaft im Laufe der Saison zu verlassen."

Mit Koschinat ist "eine Ideallösung eingetreten"

Zufrieden zeigte sich auch der Präsident des SV Sandhausen. Jürgen Machmeier: "Für mich ist jetzt eine Ideallösung eingetreten." So erfülle Uwe Koschinat genau die Anforderungen, welche die Offiziellen des SVS zu Beginn der Trainersuche festgelegt hatten. "Wir wollten einen Trainer", so Machmeier weiter, "der den SV Sandhausen annimmt, der den SV Sandhausen nicht nur als Zwischenstation sieht."

Dies tut der neue Übungsleiter keinesfalls. So ausgiebig wie möglich hat sich Koschinat vor seiner Zusage mit dem Kader und der Konkurrenz beschäftigt. "Ich bin mit dieser Konstellation ganz stark schwanger gegangen", berichtete er mit Blick auf die schlechte Tabellensituation (Platz 17) der Baden-Württemberger. Letztlich "war dieser Punkt schnell abgehakt. Mit diesem Spielerkader ist der Klassenerhalt ganz sicher möglich." Auch wenn bis zur ersten Partie gegen den FC Ingolstadt am Freitag nicht viel Zeit bleibt, hat der neue Trainer bereits gewisse Vorstellungen vom Auftreten seines neuen Teams: "Es wäre töricht zu glauben, dass wir eine reine Ballbesitzmannschaft werden können." Es könne nur darum gehen, "die DNA des SV Sandhausen zu wecken." Bedeutet: Ein intensives, körperbetontes Auftreten gepaart mit schnellen Gegenangriffen.