"Kulisse hätte mehr verdient": FCN bedauert Pokalaus in Schlussphase
Das Pokal-Abenteuer des 1. FC Nürnberg endete am Mittwochabend im Viertelfinale. Durch einen späten Treffer des VfB Stuttgart schied der Zweitligist in einer umkämpften Partie kurz vor Schluss aus. Insgesamt stellte der Auftritt die Nürnberger zufrieden - insbesondere, weil das Publikum hinter dem Club stand.
"Bis zur 80. Minute ordentlich gemacht"
"Mit dem Publikum im Rücken sieht man, was möglich ist. Die Kulisse hätte einen Halbfinal-Einzug verdient gehabt", hielt Johannes Geis nach Abpfiff voller Stolz fest. Ein Treffer von Stuttgarts Enzo Millot (83.) ließ den Traum jedoch platzen. Die positiven Eindrücke des Auftritts überwogen - schließlich wehrte sich der FCN lange Zeit gegen einen klassenhöheren Gegner. "Wir haben heute gegen eine Erstliga-Mannschaft gespielt, die natürlich auch ihre Probleme hat. Wir waren der krasse Underdog, dafür haben wir es bis zur 80. Minute ordentlich gemacht", fand Geis.
Das einzige Manko des erfahrenen Mittelfeldspielers war die eigene Offensive. "Dass Stuttgart ein paar Chancen kriegt, ist völlig in Ordnung. Leider haben wir uns keine zwingende Torchance herausgespielt, das kann man bemängeln", stellte Geis fest. Verwunderlich war das Chancenverhältnis angesichts der Rollenverteilung aber weniger. Auch Jens Castrop war daher mit der Leistung weitestgehend zufrieden: "Es war ein laufintensives Spiel. Stuttgart hat es mit Ball gut gemacht, da muss man die Meter gehen. Das haben wir gut hinbekommen. Am Ende ist vielleicht ein bisschen die Kraft ausgegangen."
Zuversicht für Zweitliga-Abstiegskampf
Der Lucky Punch war für die Nürnberger zwar nicht drin, doch aus dem Auftritt könne die Elf vom Valznerweiher generell Mut und Selbstbewusstsein ziehen. "Wir haben einen leidenschaftlichen Fight abgeliefert", fand auch Cheftrainer Dieter Hecking. "Solange die Beine das Tempo gehen konnten, haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht, dem ich viel Positives abgewinnen kann." Mit der Startelf-Rückkehr von Jannes Horn, sowie den Joker-Einsätzen von Tim Handwerker und James Lawrence habe sich zudem das Lazerett verkleinert. Auch das stimme Hecking für die kommenden Aufgaben zuversichtlich.
"Leider hat der VfB sehr konzentriert verteidigt. Sie waren wie wir in den Zweikämpfen sehr präsent. So ist es ein verdientes Ausscheiden. Trotzdem hat meine Mannschaft das gut umgesetzt, was wir ihr mitgegeben haben", fasste der Fußballlehrer daher insgesamt zusammen. "Wenn wir die Intensität wie heute wieder auf den Platz bringen, dann bin ich zuversichtlich, dass die Ergebnisse kommen, die wir brauchen." Viel Zeit bleibt den Nürnbergern nicht. Schon am Samstag (13 Uhr) werden die Franken im badischen Land beim Karlsruher SC erwartet. "Wir haben zwei Tage. Dann weiß ich, dass die Fans uns gnadenlos unterstützen werden. Da müssen wir versuchen, etwas zurückzugeben und das Spiel zu gewinnen", war sich Geis nach der aufopferungsvollen Leistung im Pokal jedoch sicher.