Kwasniok froh über Rückendeckung: "Konnte heute sehr frei handeln"

Vergangene Woche hatte der SC Paderborn 07 überraschend mit Lukas Kwasniok verlängert, um dem Trainer in seinen Entscheidungen den Rücken zu stärken. Als Dank schickte der 42-Jährige die jüngste Startelf der gesamten Zweitliga-Saison auf den Rasen - und holte einen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 in einer schwierigen Partie für die unerfahrene Mannschaft.

"Der mutige Weg ist der Paderborner Weg"

In der Sturmspitze meldete sich Adriano Grimaldi am Morgen ab, auch Jannis Heuer fehlte in der Defensive kurzfristig. Zwar brachte Lukas Kwasniok mit Maximilian Rohr einen erfahrenen Mann als Ersatz in der Abwehr, aber vorne schenkte er in der Startelf - die ohnehin auf sieben Positionen im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Elversberg in der Vorwoche verändert wurde - ausgerechnet U23-Stürmer Moritz Flotho das Vertrauen. Weil auch Youngsters wie Hansen und Ansah spielten, kam die Startformation der Paderborner auf ein Durchschnittsalter von gerade einmal 23,8 Jahren. Damit stellte der SCP die bislang jüngste Startelf der Saison.

"Der mutige Weg ist der Paderborner Weg. Den werden wir auch weiterhin gehen und vielleicht noch mehr in den Fokus stellen", erklärte Lukas Kwasniok nach Abpfiff, dass die Vertragsverlängerung in der vergangenen Woche trotz kriselnder Saison ein deutliches Zeichen für deine Entscheidungsfreiheit war. "Das ist die Stärke von Vereinen wie Freiburg oder Heidenheim, die den Trainer oder Manager stärken, damit du erfolgreich sein kannst, uns nicht die Unzufriedenheit von Spielern die gute Arbeit ins Wanken geraten lässt. Ich habe heute sehr frei und überzeugt handeln können, wie ich das für richtig gehalten habe."

Kwasnioks Entscheidungsmacht

Schon vor dem Spiel gegen Hannover 96 hatte Kwasniok die Mentalität und Leistungsbereitschaft angesprochen, die manchem Spieler in den vergangenen Wochen abhanden gekommen war - so wird es jedenfalls in Fan-Kreisen spekuliert. "Wenn es nichts besonderes mehr ist, in der 2. Bundesliga zu spielen, sondern für einen Spieler zur Normalität wird, dann ist das okay. Aber dann muss auch 100 Prozent Leistung kommen", fand Kwasniok. Entsprechend bewertete der Cheftrainer seine Spieler ausschließlich nach Leistung, nicht nach Alter. So habe die Mannschaft "Energie, Herzblut und Leidenschaft" auf den Platz bekommen.

Wenngleich der Spielverlauf für die Paderborner glücklich und unglücklich zugleich war. Die rote Karte für 96-Mittelfeldspieler Louis Schaub veränderte in der 20. Spielminute die Partie. "Zu dem Zeitpunkt hätte ich sogar lieber Elf-gegen-Elf weitergespielt", erklärte Kwasniok - weil ein Spektakel in Überzahl schnell zur Erwartungshaltung hätte werden können. So war es am Ende der Lucky-Punch durch eine Flanke von Muslija, die den Erfolg brachte. "Über die Saison gesehen hatten wir auch Spiele, bei denen das Quäntchen Glück nicht auf unserer Seite war", so Kwasniok. "Es tut mir irgendwo leid für Hannover, weil sie es am heutigen Tage nicht verdient haben, als Verlierer vom Platz zu gehen. Für uns war das aber äußerst wichtig." Und so kann Kwasniok nun in Ruhe weiterarbeiten.

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