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Last-Minute-Tor entfacht die Paulianer Derby-Stimmung

Nach einer durchwachsenen zweiten Hälfte hätten sich die Kiezkicker über ein Remis nicht beschweren können. Dass sie sich am Ende aber doch über drei Punkten freuen konnten, lag aber auch an der Naivität des Gegners aus Paderborn, der es abermals verpasste nach einer verdienten Führung nachzulegen.

Neudeckers Tor verleiht vor dem Derby Flügel

Wie so oft im Fußball passieren die entscheidenden Dinge kurz vor Schluss. Als Neudecker den Ball über die Linie drückte, war der Jubel am Millerntor selbstredend überschwänglich. Das Derby gegen den HSV am Wochenende kann kommen! Mit breiter Brust werden sich die Paulianer auf dem Weg in den Volkspark machen. Das Tor in der Nachspielzeit verleiht womöglich Flügel! Dabei sollte dieser Treffer nicht darüber hinwegtäuschen, wie schwer sich der FC St. Pauli gegen den starken Aufsteiger aus Paderborn tat.

Besonders im zweiten  Durchgang brachten die Hamburger kaum eine Torgelegenheit zustande und hatten darüber hinaus Glück, dass die Ostwestfalen ihre Torgelegenheiten nicht zu nutzen wussten. Am Ende profitierten die Kiezkicker allein von der Naivität des Aufsteigers, der in der Nachspielzeit in einen Konter geraten war. Der Derby-Stimmung tut das natürlich keinen Abbruch. Der Torschütze zum Ausgleich Dimitrios Diamontakos weiß um die Bedeutung des Sieges vor dem Duell gegen den HSV: "Für das Derby gibt der Erfolg heute selbstverständlich Selbstvertrauen. Für die Stadt ist dieses Spiel total wichtig, das wissen wir."

Paderborn belohnt sich wieder nicht

Denn schön anzusehen war die spielerische Qualität des SC Paderborn allemal. Auch am Millerntor kombinierte sich die Baumgart-Elf munter vors Tor, ging entsprechend verdient in Führung durch Zolinski in der 36. Minute in Führung. Aber erneut verpassten es die Ostwestfalen nachzulegen und wurden dafür wieder eiskalt bestraft. Selbst der eine Punkt wurde dem Aufsteiger kurz vor dem Schlusspfiff unverdientermaßen noch genommen. Genauso wie am vergangenen Wochenende, als man zu Hause gegen den Aufstiegskonkurrenten aus Magdeburg in der Nachspielzeit noch den Sieg verspielte.

Der SCP fährt wieder mit leeren Händen nach Hause, nach der gezeigten Leistung, brauch der Anhängerschaft aber keineswegs Angst und Bange sein: Der SC Paderborn wird in dieser Verfassung nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und dennoch ist der Verärgerung über die Niederlage groß. SCP-Kapitän Strohdiek brachte die Stimmungslage beim Aufsteiger mit seiner Aussage nach dem Spiel auf den Punkt: "Wir waren zu keiner Sekunde die schlechtere Mannschaft. Wenn ich sehe, wie wir hier aufwärts aufgetreten sind mit dieser Kombinationssicherheit, da kann ich vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen. Und trotzdem fahren wir mit leeren Händen nach Hause."