Leonhardt auf der Bank: Lob für Shpileuskis Ansprache und Defensive
FCE-Präsident Helge Leonhardt war in Nürnberg wieder ganz nah an seiner Mannschaft dran, denn der Klubboss saß beim Debüt von Cheftrainer Aliaksei Shpileuski selbst wieder auf der Bank. Das Spielgeschehen erfreute den 62-Jährigen - deckte aber auch die Schwächen der Veilchen in der Offensive auf. Leonhardt will nachbessern.
"Demonstrativ den Rücken stärken"
Der FC Erzgebirge Aue geht in dieser Saison in das sechste Zweitliga-Jahr in Serie. Präsident Helge Leonhardt beobachtete die Mannschaft zuletzt unter Dirk Schuster stets von der Tribüne. Am Sonntag kehrte der 62-Jährige auf die Trainerbank zurück. "Meine Anwesenheit da unten hat aber keinen Einfluss auf irgendwelche sportlichen Entscheidungen. Da habe ich volles Vertrauen in unser Trainerteam", lobte Leonhardt gegenüber der "Bild"-Zeitung das besagte Team um Aliaksei Shpileuski. Leonhardts Anwesenheit hat viel mehr Symbolcharakter: "Ich will einfach wieder näher an der Mannschaft dran sein und dem Trainer mit meiner Anwesenheit auch demonstrativ den Rücken stärken."
Was er dabei während der ersten 90 Spielminuten der neuen Saison sehen konnte, gefiel Leonhardt. Denn bei vielen ist der FCE auch dieses Jahr wieder ein Kandidat für die Abstiegsplätze. "Vor allem defensiv und in Sachen Laufbereitschaft, Einsatz und Zweikampfstärke war das eine blitzsaubere Leistung. Aliaksei Shpileuski hatte die Mannschaft sehr gut eingestellt und in der Kabine genau die richtigen Worte gefunden", erklärte Leonhardt nach Abpfiff. "Er hat bei seinen Ansprachen in den Spielern eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt und gefordert, es den Kritikern zu zeigen." Von Kritikern wollen sich die Veilchen demnach "nicht kaputtmachen" lassen.
Verstärkung in der Offensive gesucht
Die Nähe zur Mannschaft und zum Spielfeld deckte für Leonhardt zudem endgültig auf, was sich der Präsident wohl auch schon vorher dachte - dem FCE fehlt in der Offensive die Durchschlagskraft. Nach den Abgängen von Florian Krüger (Arminia Bielefeld) und Pascal Testroet (SV Sandhausen) fehlt augenscheinlich ein neuer Stürmer. "Wir müssen und wir werden den Kader für den Angriff verstärken", kündigte Leonhardt deshalb ab. Ob ein künftiger Torjäger bereits am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) gegen FC St. Pauli mitwirken kann, ist offen.