Lieberknecht lobt trotz Niederlage "eine wahnsinnige Energieleistung"
Rückschlag im Aufstiegsrennen für den SV Darmstadt 98. Nach 70 Minuten in Unterzahl unterlagen die Lilien am Samstagabend im Spitzenspiel bei Werder Bremen mit 0:1 und rutschen auf Rang drei ab. Dennoch waren Spieler und Trainer mit dem Auftritt sehr zufrieden.
Gjasula kassiert die rote Karte
"Wir wollten einen mutigen Auftritt zeigen und sehr stressig sein. Das ist uns in den ersten 20 Minuten sehr gut gelungen. Wir hatten eine gute Präsenz und unsere Torabschlüsse", lobte SVD-Coach Torsten Lieberknecht seine Mannschaft nach der Partie. Aber dann folgte die von allen Beteiligten als "Knackpunkt" tituliert Szene: Klaus Gjasula traf Gegenspieler Romano Schmid nahe der Mittellinie mit gestreckten Bein am Knie. Zunächst sah der 32-Jährige die gelbe Karte. Doch nach Sichtung der TV-Bilder revidierte Schiedsrichter Robert Schröder seine Entscheidung und zeigte dem defensiven Mittelfeldspieler in der 23. Minute die rote Karte. Als "überzogen" schätzte Lieberknecht die Strafe für seinen Spieler ein. Nützte alles nichts: Die Gäste waren fortan in Unterzahl.
Danach sei es "natürlich schwierig gegen so eine Mannschaft wie Werder Bremen", meinte Fabian Holland. "Trotzdem haben wir auch nach dem Platzverweis gezeigt, dass wir weiter in der Lage waren, uns Torchancen herauszuspielen." Tatsächlich waren die Gäste recht unbeeindruckt und zogen ihr Spiel durch. So richtig gefährlich wurde es allerdings nicht gegen den nun Tabellenzweiten. "Wir haben es lange offen gehalten und auf den Lucky Punch gehofft, den wir leider nicht setzen konnten", sagte Marcel Schuhen. Der Schlussmann der Lilien hatte mächtig zu tun, musste mehrfach gegen Bremer Spieler parieren und hatte so großen Anteil daran, dass die Partie lange offen blieb.
Schuhen nur einmal machtlos
Machtlos war er jedoch nach 52 Minuten. Nach einer Hereingabe von Eren Dinkci war Niclas Füllkrug unbedrängt und konnte locker zum entscheidenden Tor für die Hausherren einschieben. "Nach der Pause konnten wir dann das Zentrum nicht mehr geschlossen halten und kassieren so das Gegentor", analysierte Lieberknecht. Doch nach 90 umkämpfen Minuten stehe "eine wahnsinnige Energieleistung über allem", war der 48-Jährige dennoch zufrieden. "Wir können erhobenen Hauptes das Stadion verlassen, weil die Mannschaft ihr komplettes Herz auf dem Platz gelassen hat. Wenn wir mit einem Punkt nach Hause fahren, wäre es aufgrund der Spielumstände nicht unverdient gewesen." Doch so werde das Team die erste Auswärtsniederlage seit dem 24. September (es war ein 1:2 beim 1. FC Heidenheim) "wegstecken".
Nach der Länderspielpause geht es mit einem Heimspiel gegen Holstein Kiel weiter. Durch die siebte Niederlage der Saison überholte der Gegner von der Weser die Hessen, die nun drei Punkte hinter Werder liegen. Sollte der 1. FC Nürnberg am Sonntag gewinnen, wären der SVD punktgleich mit den dann viertplatzierten Franken.