Lilien verspielen 2:0-Führung: "Müssen wir uns selbst zuschreiben"

In der 95. Spielminute entriss der FC St. Pauli dem SV Darmstadt 98 noch den zweiten Saisonsieg vom Punkt, was sich für SVD-Cheftrainer Markus Anfang im Nachgang der Partie wie eine Niederlage anfühlte. Doppelpacker Serdar Dursun haderte mit dem Elfmeterpfiff in den Schlusssekunden, bemängelte aber auch die eigene Kaltschnäuzigkeit.

"Noch drei oder vier Chancen gehabt"

Als Schiedsrichter Marco Fritz in der letzten Minute der Nachspielzeit auf den Punkt zeigte und St. Pauli somit einen Strafstoß zusprach, konnten es die Darmstädter inklusive ihres Anhangs kaum glauben. Eingeleitet durch einen Hinweis des Videoassistenten raubte Rodrigo Zalazar den Lilien zwei Punkte, das Team von Markus Anfang verharrte bei einem Saisonsieg. Der Coach stellte seine Gefühlswelt unmissverständlich klar: "So fühlt es sich aktuell ein wenig wie eine Niederlage an, die wir uns aber selbst zuschreiben müssen, weil wir das dritte Tor machen müssen."

Zu Beginn kam Darmstadt nach Anfangs Analyse nämlich gut ins Spiel, ließ dann aber Chancen liegen und verlor den Faden. Erst kurz vor dem Pausenpfiff gingen die Lilien - ebenfalls durch einen Elfmeter - in Führung. Anfangs Mannschaft machte nach dem Seitenwechsel weiter: "In der Halbzeit haben wir unser Anlaufverhalten ein wenig verändert und sind dann auch deutlich besser im Spiel gewesen. Nach der 2:0-Führung haben wir noch drei oder vier Chancen gehabt, um das dritte oder vierte Tor zu machen."

Dursun hadert an zwei Stellen

So kam es allerdings nicht, stattdessen kassierten die Lilien den Anschlusstreffer und verloren die Ruhe. Es gipfelte im Last-Minute-Ausgleich, zu dem es "sicherlich verschiedene Meinungen" gibt, so Anfang. Auch Stürmer Serdar Dursun, der per Doppelpack die Führung der Darmstädter herausspielte, haderte mit dem Ergebnis: "Der Ausgleich in letzter Sekunde ist natürlich sehr bitter für uns. Für mich ist es auch kein Elfmeter, da Adi (Stanilewicz) den Gegenspieler überhaupt nicht sieht und dieser seinen Fuß in seine Schussbewegung stellt. Aber wir müssen damit leben, dass es gepfiffen wurde."

Auf der anderen Seite will sich der Angreifer, der sein Konto mit dem Doppelpack auf drei Treffer heraufschraubte, an die eigene Nase fassen. "Die 2:0-Führung war dann auch verdient, weil wir es nach der Pause sehr gut gemacht haben", so das Fazit des 29-Jährigen, dem danach die Kaltschnäuzigkeit seines Teams fehlte, um "bei den großen Chancen in der zweiten Hälfte weitere Treffer zu erzielen". Sicher ist: Wenn Darmstadt diese "klaren Dinger" macht, dann wäre "St. Pauli nicht mehr mit einem Punkt nach Hause" gefahren.

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