Machtwechsel beim HSV: Jansen nicht mehr Aufsichtsratschef

Marcell Jansen ist nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzender beim Hamburger SV. Der Ex-Profi bleibt dem Verein als Präsident erhalten, gab seinen Chefposten im Kontrollgremium aber auf der Mitgliederversammlung an Vizepräsident Michael Papenfuß ab. Damit schwindet zwar der Einfluss des 37-Jährigen, doch zugleich enden auch monatelange Diskussionen.

Abwahlanträge und Vertrauensentzug im Januar

Auch in Zukunft wird Marcell Jansen seinen Platz im Aufsichtsrat behalten. Ab sofort wird jedoch Michael Papenfuß als Vorsitzender fungieren, damit wieder Ruhe in den Verein einkehren kann. Schon bei einer Mitgliederversammlung im Januar hatte der 37-jährige Ex-Profi des HSV diesen Schritt in Erwägung gezogen, als ihm Vertrauen als Präsident nach zwei Abwahlanträgen entzogen worden war. Die Gesellschafter kritisierten die Nähe zum Ex-Finanzvorstand Thomas Wüstefeld. Jansen hielt dem Stand, vollzog den Schritt aber nun auf der Hauptversammlung des Vereins doch noch.

Einem Bericht des "Kickers" zufolge sprachen sich am Montag alle Gesellschafter einstimmig für einen neuen sechsköpfigen Aufsichtsrat, sowie einen neuen Vorsitzenden aus. Dadurch schwindet der Einfluss von Jansen auf die künftigen Entscheidungen auf Vorstandsebene - bereits in vergangenen Situationen soll Jansen im Präsidium und im Aufsichtsrat bei wichtigen Entscheidungen überstimmt worden sein. Als offenes Geheimnis gilt zudem, dass das Verhältnis zu Sportvorstand Jonas Boldt nicht gut sein soll.

"Gemeinschaftlichen Weg gehen"

Durch die Verlängerung mit Boldt und der Beförderung von Dr. Eric Huwer zum Finanzvorstand hatte der HSV bereits die Weichen frühzeitig gestellt, um Klarheiten auf Vorstandsebene zu haben. Papenfuß appelliert zu Amtsantritt auch weiterhin an der Geschlossenheit beim HSV: "Es ist gut und wichtig, dass wir einen gemeinschaftlichen Weg gehen, bei dem die Zukunft der HSV Fußball AG und das Zusammenspiel zwischen dem Verein und den anderen Gesellschaftern im Mittelpunkt stehen. Wir müssen bestmöglich aufgestellt sein, um die Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre mit der notwendigen Expertise anzugehen." Gemeinsam verfolge man nun das Ziel, dass der sportliche Bereich - und damit der Aufstieg - im Mittelpunkt des HSV "steht und bleibt".

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