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Nach Pleite gegen Darmstadt: Anfang offenbar vor dem Aus

© imago

Dicke Luft in Köln: Nach der 1:2-Niederlage gegen den SV Darmstadt 98 muss nicht nur die Aufstiegsfeier des FC verschoben werden, auch im Hintergrund rumort es mal wieder. Trotz der Tabellenführung und einem komfortablen Vorsprung hallten lautstarke Pfiffe durch die Arena, Trainer Markus Anfang steht offenbar vor dem Aus.

"Ich bin selbst wahnsinnig enttäuscht"

Die Beziehung zwischen Markus Anfang und dem 1. FC Köln ist kompliziert. Trotz Tabellenführung und bevorstehendem Aufstieg kriselte es nach der 1:2-Heimpleite gegen Darmstadt einmal mehr zwischen dem Coach und den Fans, von den Rängen hallten nach Abpfiff sogar "Anfang raus"-Rufe. "Ich bin selbst wahnsinnig enttäuscht, dass wir dieses Spiel verloren haben. Es gibt nicht mehr Frust als den, den ich selbst in mir habe", zeigte sich der 44-Jährige in der Pressekonferenz nach dem Spiel selbst angefressen, dass seine Mannschaft eine weitere Chance verstreichen ließ, dem Aufstieg näher zu kommen.

Nun scheint bei den Kölnern alles möglich, Fakt ist aber auch: Je nach Ergebnissen der Konkurrenz könnte der FC trotzdem am nächsten Spieltag schon aufsteigen. Ein Kölner Sieg am Freitagabend wäre im Übrigen angesichts von 29:7-Torschüssen alles andere als unverdient gewesen. "Für uns ist es heute wahnsinnig bitter, das war ein Spiel auf ein Tor. Das tut richtig weh, nicht nur den Fans – auch uns, auch mir als Trainer", weiß deshalb auch Anfang, dass das vierte Spiel in Folge ohne Sieg die Kölner ins Mark traf.

Seinen Spielern wollte der Chefcoach keinen Vorwurf machen: "Die Jungs haben heute alles getan, um das Spiel zu gewinnen." Für Markus Anfang spricht, dass die Tabellenführung trotz Sieglos-Serie komfortabel bleibt – im schlimmsten Fall hat der FC nach dem Spieltag immer noch sechs Punkte Vorsprung auf Platz drei.

Anfangs Ende schon beschlossen?

"Die Gesamtsituation ist nicht dramatisch schlimm geworden, aber es nervt, wenn du solche Spiele hast", sprach Anfang genau diesen Punkt an. Dennoch scheinen die Tage des 44-Jährigen in der Domstadt gezählt zu sein. "Ich muss das erst mal sacken lassen. Ich sage etwas, wenn ich was zu sagen haben", war der einzige Kommentar von Sport-Geschäftsführer Armin Veh gegenüber dem "Express", ein Bekenntnis zum vermeintlichen Aufstiegstrainer blieb aus.

Am Samstagvormittag sagte der FC bereits das geplante Training ab – ein Indiz dafür, dass Anfangs Amtszeit dem Ende entgegen gehen wird. Nach "Express"-Angaben soll das Aus des 44-Jährigen bereits beschlossen sein. Die Frage sei nur, "wann die Entscheidung offiziell wird und wer bis Saisonende übernimmt", heißt es. Anfang soll demnach eine Abfindung von rund einer Million Euro kassieren.

Noch am Abend hatte Timo Horn seinem Trainer den Rücken gestärkt: "Der Trainer versucht uns immer wieder optimal auf die Spiele vorzubereiten. Wir sind diesen Weg zusammen gegangen, es ist eine ganz schwierige Saison. Er erreicht uns in den Spielen." Gleichzeitig gestand der Schlussmann auch ein, dass es nicht rund läuft: "Die Erwartungshaltung der Zuschauer ist groß, diese Erwartung haben wir aber auch an uns selbst. Das geht die ganze Saison schon so." Er könne den Unmut der Fans "total verstehen", denn eine Niederlage gegen Darmstadt sei bei den Aufstiegsambitionen der Kölner "nicht unser Anspruch". Bleibt abzuwarten, was die Domstädter in den nächsten Spielen zeigen.