"Mehr Punkte, mehr Siege": HSV denkt auch vor Hannover nur an sich
Der Hamburger SV ist mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr gestartet, doch die Mannschaft von Tim Walter ist auf den zweiten Platz zurückgekehrt. Nun steht das Nordduell mit Hannover 96 an, wie der Cheftrainer einordnete. Besonders die Kaderbreite wird für den 48-Jährigen zum erfreulichen Luxusproblem.
"Es ist eher ein Nordduell"
Zwei Auswärtssiege stehen einer Heimniederlage im neuen Kalenderjahr gegenüber. Verkehrte Welt beim HSV, der bislang im Volksparkstadion doch immer auftrumpfte. Zumindest die Vorgehensweise wird so oder so gleich bleiben, wie Cheftrainer Tim Walter im Vorfeld der Partie gegen Hannover 96 ankündigte. "Wir erwarten immer einen Sieg, egal, ob wir auswärts oder daheim spielen", so der HSV-Coach. Am Freitag (18:30 Uhr) werden die Verfolger aus Niedersachsen jedoch versuchen, dass der Abstand in der Tabelle zwischen Hamburg und Hannover geringer wird.
"Es ist eher ein Nordduell", ordnete Walter direkt zu Beginn in der Presserunde ein, dass dem HSV kein Derby bevorsteht. Besonders sei es hingegen immer, wenn die Hamburger im eigenen Stadion auflaufen. "Egal, gegen wen", schob der Cheftrainer bewusst hinterher. Denn zuletzt konnten auch Schalke (2:0) und Hertha (2:1) dem HSV keinen Strich durch die Rechnung machen. Anders sah es hingegen gegen Karlsruhe (3:4) aus. Wie geht der HSV nun wieder mit einem vermeintlichen Top-Gegner um? "Wir wollen mehr Punkte, noch mehr Siege. Damit wollen wir weitermachen", so Walter.
Abgesehen von Schonlau alle da
Dazu stehen dem Cheftrainer beinahe alle Spieler zur Verfügung - abgesehen von Kapitän Sebastian Schonlau. "Es ist einfach wichtig, dass wir behutsam mit ihm sind. Wasserstandsmeldungen will ich nicht ständig abgeben. Wir warten sehnslichst, dass er auf dem Platz erscheint", gab Walter bezüglich seines Führungsspielers an. Wann Schonlau allerdings wieder zur Verfügung steht, bleibt vorerst offen. Angesichts des breiten Kaders muss der HSV-Coach aber wenigstens keinen Engpass befürchten. "Wenn wir zu wenig Spieler haben, beschweren wir uns. Wenn zu viele da sind, beschweren wir uns. Ich beschwere mich nicht", antwortete Walter auf Nachfrage, wie er nun mit dem größeren Kader umgehe.
Er treffe die Entscheidungen rund um das Personal gerne, fand "Härtefälle" als Ausdruck zu negativ. "Es ist doch schön, wenn man den Luxux hat. Luxus beinhaltet etwas Schönes", fand Walter. So machte sich der HSV-Coach auch keine Sorgen bezüglich des kommenden Gegners. "Hannover ist eine sehr gute Mannschaft mit großen Ambitionen. Der Gegner denkt sich immer irgendetwas gegen uns aus. Deswegen sind wir der HSV. Der Fokus liegt nur bei uns", gab Walter vor - mit einem entscheidenden Detail im Vergleich zu vorherigen Auftritten: "Wir wollen nicht nur das zweikampfstärkste Team der Liga sein, sondern auch in den wichtigen Momenten die Zweikämpfe gewinnen." Das sei die Krux gegen Karlsruhe gewesen.