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Mentale Stabilität in Darmstadt: "Hätten mehr mitnehmen können"

© IMAGO / Oliver Ruhnke

Zu Saisonbeginn hatte es der SV Darmstadt 98 aufgrund des Corona-Infektionsgeschehens nicht leicht, doch nicht erst beim 2:2-Remis in Hamburg zeigten die Lilien ihre leidenschaftliche Spielweise. Inzwischen belohnt sich die Elf von Torsten Lieberknecht dafür auch mit Punkten – und beim HSV wäre vielleicht sogar mehr möglich gewesen, als ein einfacher Punktgewinn.

"Sogar ein Sieg möglich gewesen"

Die Lilien gingen in Führung und schlugen nach Rückstand zurück, was aktuell als großes Indiz dafür zu verstehen ist, dass der SV Darmstadt 98 immer besser in die Saison kommt und auch mental stabiler wird. Beim Hamburger SV erschien das gar nicht so leicht zu sein, wie Cheftrainer Torsten Lieberknecht einräumte: "Es war ein packendes sowie hitziges und leidenschaftliches Spiel. In den ersten zehn Minuten mussten wir erst einmal mit der Atmosphäre zurechtkommen." Das gelang den Lilien schließlich ziemlich gut, sodass auch der Coach gemeinsam mit seinem Team "ein gutes Gefühl auf dem Platz" hatte.

Es folgte jedoch der Rückstand durch zwei Standardtore, darunter ein Hackentreffer des Gegners. Philipp Tietz glich das Tor noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus. "Wir konnten den HSV immer wieder in Schach halten und hatten sogar die ein oder andere Torchance mehr. Nach dem Rückstand haben wir dann eine super Reaktion gezeigt, gleich wieder nach vorne gespielt und uns mit dem Ausgleich belohnt", beschrieb Lieberknecht die mentale Reife, die in Darmstadt gewachsen ist. Das zeigte sich auch nach dem Seitenwechsel in der defensiven Stabilität, denn der HSV spielte dort auf Sieg. Der SVD-Coach sah aber noch mehr: "Man muss hier heute festhalten, dass zum Schluss sogar ein Sieg möglich gewesen wäre. Daher spüre ich leichte Enttäuschung, auch wenn wir mit dem Punkt zufrieden sind."

Lieberknecht liebt seine Mannschaft

Die Chancen zur erneuten Führung hatten beide Mannschaften, ließen aber auch beide Teams ungenutzt. "Der Punkt fühlt sich insofern gut an, weil sich unsere harte Arbeit heute ausgezahlt hat", erklärte Klaus Gjasula, der nach seinem Wechsel von Hamburg nach Darmstadt schon früh auf den Ex-Klub traf, in diesem Zusammenhang. Der Abräumer räumte ein: "Trotzdem sehen wir das Spiel mit einem lachenden und einem eher weinenden Auge, weil wir sogar noch mehr hätten mitnehmen können. In meinen Augen wäre auch ein Sieg nicht unverdient gewesen." Mit dieser Mentalität sah Gjasula den SVD dafür gewappnet, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten eine gute Saison für die Lilien folgen kann. Mit Tietz habe man schließlich einen 'Man of the Match' in der Hinterhand.

"Man hat gesehen, dass jeder Spieler heute unbedingt drei Punkte aus Hamburg mitnehmen wollte", bezeugte der Doppeltorschütze ebenfalls und zeigte sich weiter angriffslustig: "Uns hat nicht viel dazu gefehlt, wir hatten super Chancen, oftmals haben nur absolute Kleinigkeiten zu einem Treffer gefehlt. Insofern ist es schon ärgerlich, dass wir keinen Dreier geholt haben." Nach zwei Partien mit Punktgewinnen steht der SVD insgesamt bei vier Zählern, was die Lilien inzwischen wieder ins gesicherte Mittelfeld spült. Eine anspruchsvolle Leistung, die Lieberknecht mit viel Zuneigung honoriert: "Ich liebe diese Mannschaft, wie sie mit all den Herausforderungen umgeht." Weitere werden folgen.