Mit dem 2:1 in Hannover: HSV stellt Zweitligarekord auf
Mit dem Last-Minute-Sieg bei Hannover 96 hat der Hamburger SV einen neuen Rekord in der 2. Bundesliga aufgestellt und saisonübergreifend nun seine letzten acht Spiele in der Fremde allesamt gewinnen können. In der Tabelle bauen die Norddeutschen ihren Vorsprung auf den Relegationsrang dadurch auf fünf Punkte aus, zeigten sich nach Schlusspfiff trotz aller Euphorie aber immer noch etwas zurückhaltend.
Königsdörffer feiert die perfekte Woche
Möchte man die perfekte Woche definiert bekommen, fragt man nach Freitagabend wohl am besten bei Hamburgs Ransford Königsdörffer nach. Der 21-jährige Offensivspieler hatte unter der Woche sein erstes Spiel für sein Heimatland Ghana absolviert und wurde mit seinem Treffer zum 2:1 in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 nun zum Matchwinner beim Hamburger SV. "Für mich persönlich war es ein Highlight dieser verrückten Woche, die ich nach meinem Länderspiel-Debüt heute mit dem Siegtor und der Party vor den Fans nochmal krönen konnte. Besser geht es nicht!", meinte Königsdörffer nach Schlusspfiff einer Partie, die es in sich hatte.
Nach einem Ausrutscher von Miro Muheim war Hannover 96 nach gerade einmal vier Minuten durch Sei Muroya in Führung gegangen, schenkte diese aber durch ein Eigentor von Julian Börner recht zügig wieder her (15.). In der Folge waren die Rothosen das dominantere Team, benötigten aber die Nachspielzeit und einen Kontertreffer von Königsdörffer (90.+2) um noch zu gewinnen und die 10.000 mitgereisten Fans in Ekstase zu versetzen. "Das sind Emotionen pur! So zu gewinnen, so vor unseren Fans zu feiern - so ist Fußball am geilsten", zeigte sich HSV-Stürmer Robert Glatzel nach dem Spiel begeistert.
Schonlau tritt auf die Euphoriebremse
Der Hamburger SV hat damit saisonübergreifend seine letzten acht Auswärtsspiele allesamt gewonnen und einen neuen Rekord in der eingleisigen 2. Bundesliga aufgestellt. In Sachen Aufstieg scheint man damit auf dem richtigen Weg zu sein und hat als Spitzenreiter mittlerweile einen Vorsprung von fünf Punkten auf den Relegationsrang. Gerade mit dem Blick auf die Vergangenheit, trat man nach dem Sieg gegen Hannover aber auch ein wenig auf die Euphoriebremse. "Wir halten den Ball flach, denn es ist erst der 10. Spieltag. Auch wenn wir nicht zu Unrecht da oben stehen und auf einem guten Weg sind, wissen wir, dass wir noch ein großes Stück Strecke zu gehen haben", so Sebastian Schonlau.
Und auch Trainer Tim Walter zeigte sich bei der Analyse des Spiels eher etwas zurückhaltend: "Wir hatten viel Ballbesitz und haben diesen auch sehr gut genutzt. Hannover hat eine gute Mannschaft und kann auch immer gefährlich sein, aber wir haben sehr konsequent verteidigt und wenig zugelassen Dass wir am Ende noch das Tor machen, war verdient, aber glücklich. Dennoch: Es war eine tolle Mannschaftsleistung und das Tor eine absolute Willensleistung von Ransi. Wir freuen uns sehr über die drei Punkte." In der Liga geht es für den HSV nun am kommenden Samstagabend im eigenen Stadion gegen den 1. FC Kaiserslautern weiter, bevor es auswärts zum Derby mit dem FC St. Pauli kommt, wo die Rothosen ihre Serie nur allzu gerne ausbauen würden.