MSV Duisburg hadert mit verlorenem Punkt

Im Montagabendspiel der 2. Bundesliga feierte Torsten Lieberknecht sein Heimdebüt. Nach dem 2:1-Erfolg in Köln wollte der MSV gegen St. Pauli nachlegen und den ersten Heimsieg in dieser Saison erspielen. In einer ausgeglichenen Partie sorgte jedoch Sami Allagui kurz nach seiner Einwechslung für die Entscheidung.
Schwache erste Halbzeit
Die Enttäuschung über den verlorenen Punkt war nicht nur den MSV-Fans deutlich anzumerken. "Es ist total ärgerlich, dass wir durch ein Standard-Tor verloren haben", bilanzierte beispielsweise Fabian Schnellhardt nach dem Spiel. Dass es nicht zu einem Sieg reichte, lag zum einen an einer guten Hamburger Mannschaft, aber auch an einer schwachen ersten Duisburger Halbzeit. "In den ersten Minuten wollten wir viel erreichen, wurden dann aber zu unruhig", beschrieb Ex-Paulianer John Verhoek die Probleme der Mannschaft.
Trainer Lieberknecht ging noch mehr ins Detail: "Die erste Halbzeit war eine große Last und wir hatten keinen Zugriff auf die Partie. Wir hätten versuchen müssen, den Ball auch mal zu halten und offensiv zu spielen, stattdessen haben wir nur agiert." Doch auch St. Pauli nutzte seine wenigen Chancen nicht, wodurch es torlos in die Kabinen ging.
Wiegel-Fehler eiskalt bestraft
Im zweiten Spielabschnitt stellte der MSV-Trainer um und die Meidericher bekamen mehr Zugriff auf das Spiel, wobei gute Chancen jedoch Mangelware blieben. Minute um Minute verstrich, bis Marvin Knoll in der 84. Minute zum Eckball antrat. Der Standard-Spezialist fand den freistehenden Allagui, der zum 1:0 einköpfte. "Leider kassieren wir das zweite Mal in Folge ein Gegentor nach einem Standard. Da hat die Zuordnung nicht gestimmt – das nehme ich auch auf meine Kappe", nahm Andreas Wiegel die Schuld des Gegentors auf sich.
Der Tabellensiebzehnte konnte in den letzten Minuten nicht mehr zurückschlagen und unterlag damit bereits zum fünften Mal in dieser Saison vor heimischer Kulisse. Da half selbst die "unglaubliche Unterstützung" (Lieberknecht) der Fans nichts. Diese blicken nun sorgenvoll in die kommende Woche.
Kellerduell in Ingolstadt
Am Sonntag reist der MSV zum absoluten Kellerduell nach Ingolstadt. Beide Vereine sammelten bisher fünf Punkte, nur die Tordifferenz spricht momentan für die Duisburger. Trainer Lieberknecht blickte angesichts des kommenden Spiels gleich nach vorn und gab die Marschrichtung: "Die Niederlage schmerzt sehr, aber es heißt trotzdem Kopf hoch, Brust raus und wir werden den Weg zum Sieg gemeinsam anstreben." Auch die Spieler wissen um die Bedeutung des Krisenduells. "Gegen Ingolstadt geht’s jetzt um die Wurst. Ein Kellerduell, in dem wir nachlegen müssen", machte Wiegel nach dem Spiel deutlich. Für einen Punktgewinn in Ingolstadt spricht in dieser Saison zumindest die Auswärtsbilanz. Bisher sammelten die Meidericher alle ihrer fünf Punkte in der Fremde, es sollte den Fans Hoffnung machen.