• Facebook
  • Twitter

MSV Duisburg: Phänomen Hajri ist da, wenn man ihn braucht

Mit einem 1:0-Erfolg vor heimischer Kulisse meldete sich der MSV Duisburg im Abstiegs-Endspiel mit dem 1. FC Magdeburg zurück. Zuletzt mussten die Meidericher in den Schlussminuten häufig einstecken, dieses Mal durften sie dank eines Last-Minute-Treffers von Enis Hajri selbst jubeln.

Emotionaler Leader

Ja, er lebt noch! Der 1:0-Heimsieg des MSV Duisburg gegen den 1. FC Magdeburg könnte karnevalistische Züge annehmen, denn nach nur vier Punkten aus zuletzt neun Spielen konnten die Meidericher wieder einen Dreier einfahren und gleichzeitig das zweite Spiel in Folge ohne Gegentreffer feiern. Es war gewiss kein Augenschmaus, doch am Ende zählt wohl nur das Ergebnis, auf dem die Duisburger nun aufbauen können. Im Zentrum des Jubels stand mit Enis Hajri ein Mann, der einem wahren Phänomen im Trikot der Zebras gleicht: Mit 35 Jahren entwickelt sich der Abwehr-Allrounder zum emotionalen Leader der Mannschaft.

Nach seiner Rot-Sperre rückte der Deutsch-Tunesier für den verletzten Dustin Bomheuer in die Innenverteidigung und musste bereits nach 21 Minuten die Zähne zusammenbeißen, als er nach einem Eckball mit FCM-Stürmer Christian Beck zusammenrauschte. "Meine Platzwunde am Kopf wurde getackert, für Beck tut mir das Leid. Ich wünsche ihm alles Gute!", erläuterte Hajri die Folgen des unglücklichen Zusammenpralls, bei dem sich sein Gegenspieler höchstwahrscheinlich einen Jochbeinbruch zuzog.

Sieg für den Teamgeist

Hajri konnte auf dem Platz bleiben und riss sich in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Trikot vom Leib, nachdem er zum 1:0-Siegtreffer nach einer Freistoßflanke von Kevin Wolze einköpfte. Für Anhänger der Zebras entwickelt sich der 35-Jährige mittlerweile zum Phänomen, seit viereinhalb Jahren schnürt der Deutsch-Tunesier immerhin seine Schuhe in Duisburg. Dabei stand Hajri in 116 Liga-Spielen gerade einmal halb so oft in der Startelf – und trotzdem ist er da, wenn man ihn braucht.

"Vor allem für Wolze und Hajri freut es mich sehr, dass die zwei den Sieg nach Hause gefahren haben", zeigte sich Trainer Torsten Lieberknecht emotional in der Pressekonferenz nach der Partie. Schließlich habe besonders Ex-Kapitän Wolze zuletzt einen schweren Stand gehabt, trotzdem ließ ihn der Coach nie fallen und er sich selbst offensichtlich auch nicht. Auch die Rückkehr von Tim Albutat in die defensive Zentrale schien die Abwehr weiter zu stabilisieren und zeigt, dass sich beim MSV im Saisonendspurt doch noch der nötige Teamgeist entwickeln könnte, den die Zebras im Abstiegskampf brauchen werden.