"Müssen einen Schritt zurückgehen": Leitl will wieder 96-Basics sehen
Hannover 96 ist ambitioniert in die Rückrunde gestartet, doch auf dem Rasen konnte die Mannschaft von Stefan Leitl die Erwartungen nicht erfüllen. Besonders die individuellen Fehler in der Defensive stoßen dem Cheftrainer auf. Nun will der gebürtige Münchner einen Schritt mit seinem zurückgehen, um die Entwicklung wieder voranzutreiben.
Leitl vertritt "sachliche Kritik"
Zwischen Hannover 96 und dem SSV Jahn Regensburg bahnt sich ein echtes Kellerduell an, denn beide Teams sind vor dem Aufeinandertreffen am Samstag (13 Uhr) noch ohne Punktgewinn im neuen Jahr. Ein großes Ärgernis für den niedersächsischen Klub. "Nach der guten Hinrunde hatten wir uns alle erhofft, dass wir den nächsten Schritt gehen können. Leider müssen wir jetzt wieder Anpassungen vornehmen, um uns Punkte zu erarbeiten", suchte Cheftrainer Stefan Leitl in der Pressekonferenz vor der Partie nach den passenden Worten. Denn zufrieden ist der 45-Jährige nicht, das hatte er bereits deutlich gemacht.
"Ich denke, dass man sachliche Kritik immer äußern darf", stand Leitl zu seiner Meinung. Nach der 3:4-Niederlage gegen Paderborn waren vor allem Ron-Robert Zieler und Julian Börner - die beiden Kapitäne der 96er - in besagte Kritik geraten. In der Forderung für das kommende Spiel fasste es Leitl allgemeiner zusammen: "Im Speziellen geht es für uns darum, weniger individuelle Fehler zu machen. Wichtig ist, dass sich jeder einzelne Spieler auf seine Aufgabe konzentriert und im Sinne der Mannschaft erfüllt." So sollen auch die Führungsspieler wieder in die Spur finden, um letztendlich auch die Mannschaft zu führen.
"Wichtig, jetzt in die Punkte zu kommen"
Ein Fragezeichen steht hinter Fabian Kunze, der in der Trainingswoche an Oberschenkelproblemen laborierte. Im Kader habe Leitl genügend Alternativen, um seinen Sechser positionsgetreu auszutauschen. Fraglich ist aber auch, ob der Fußballlehrer überhaupt an seinem System festhalten wird. "Wir haben diese Woche einiges probiert. Es geht darum, die passende Grundordnung zu finden und dementsprechend das Personal auszuwählen. Wir werden definitiv Wechsel in der Startelf vornehmen", kündigte der 45-jährige Coach an. Selbst die Doppelspitze im Sturm steht auf dem Prüfstand: "Ja, das ist eine Situation, die mich beschäftigt. Eigentlich sind wir eine Mannschaft, die mit zwei Stürmern spielen muss."
Cedric Teuchert, der sich mit einem Doppelpack gegen Paderborn empfohlen hat, dürfte weiterhin gesetzt sein. Daneben wird Leitl in die Überlegungen gehen - immer mit dem übergeordneten Ziel der Entwicklung. "Es ist kein Geheimnis, dass es wichtig ist, jetzt in die Punkte zu kommen", erklärte der 96-Coach. "Wenn du in einem Prozess der Entwicklung bist, kannst du dich nur entwickeln, wenn Ergebnisse dabei sind. Momentan erzielen wir die nicht." Daher ist dem 45-Jährigen auch die Einstellung zum Spiel wichtig, in dem seine Mannschaft die Zweikämpfe "bestreiten, annehmen und gewinnen" muss. Dafür nimmt Leitl notfalls auch einen Rückschritt in Kauf: "Wir müssen jetzt den ein oder anderen Schritt zurückgehen, um wieder an der Basis zu arbeiten."