Nach Trainerwechsel: Hannes Wolf will "um die Offenheit werben"

Der Trainerstuhl beim Hamburger Sportverein zählt im deutschen Profifußball wahrlich nicht zu den sichersten. Am eigenen Leib musste dies am Dienstag Christian Titz erfahren: Der Übungsleiter wurde bei den Hanseaten freigestellt. Eine Entscheidung, die nicht nur bei vielen Anhängern der Elbestädter für Unverständnis sorgte. Neuer Mann an der Linie ist Hannes Wolf. HSV-Sportchef Ralf Becker sieht in dem 37-Jährigen "eines der größten Trainertalente in Deutschland." 

Unruhe in Hamburg - Arp bekennt sich zu Titz

Zum Einstand gab es direkt kritische Stimmen. Diese hatten weniger mit dem neuen HSV-Trainer Hannes Wolf selbst zu tun, als vielmehr mit den Umständen der Entlassung seines Vorgängers. Dieser wurde gegen Mittag von seinen Aufgaben entbunden - zur Überraschung vieler Anhänger des ehemaligen Bundesliga-Dinos. Sportchef Ralf Becker versuchte auf der Pressekonferenz indes gar nicht erst zu verhehlen, dass der Beschluss innerhalb kürzester Zeit gefallen ist: "Gestern morgen" habe er dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann erläutert, "dass wir diese Entscheidung jetzt treffen müssen."

Klar ist, "dass ich mir hier damit keinen Beliebtheitspreis einhandle", wusste Becker. Dennoch seien Reaktion wie die von HSV-Profi Fiete Arp, der sich in einem sozialen Netzwerk zu kritischen Äußerungen hinreißen ließ, unangebracht. "Das ist ein junger Spieler - aber das geht natürlich gar nicht."

"Er weiß, wie man aufsteigt"

Die Unruhe ist also groß in Hamburg, die Meinungen gehen einmal mehr auseinander. Diese Phase gelte es laut Becker nun jedoch schnell zu überwinden. "Es ist jetzt so, wie es ist - das ist sicherlich nicht optimal", erklärte der Sportdirektor. Doch mit Hannes Wolf habe der HSV nun einen Trainer, "der absolut für das steht, wofür wir auch stehen." Weiterer Vorteil Wolfs: "Er weiß, wie man aufsteigt."

Der neue Trainer selbst äußerte erst einmal Verständnis für die Unmutsbekundungen vonseiten der Spieler sowie der Fans: "Es ist klar, dass das wehtut." Er sei jedoch enorm motiviert, habe einen Plan und wolle ab morgen auch bei den Profis "um die Offenheit werben, sich darauf einzulassen. Ich glaube, das ist ja nichts Persönliches."

Marschroute: "Vollgas voraus"

Bereits am Freitag steht für den Neuen die Partie beim 1. FC Magdeburg an. Es bleibt also wenig Zeit für grundlegende Änderungen. Wolf: "Wir werden uns sofort in die Gespräche stürzen." Es gelte dabei zunächst, "die Informationen gut zu dosieren." Zwar hat der ehemalige Stuttgart-Übungsleiter auch das Freitagsspiel im Blick, allgemein strebt er jedoch eine längerfristige Entwicklung an. Dazu gehöre es, "diese Liga und jedes Spiel voll zu respektieren." Wolf erhält beim HSV einen Vertrag bis Mitte 2020 und übernimmt das Trainerteam größtenteils von seinem Vorgänger Christian Titz.

 

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