"Nicht mehr vom Aufstieg reden": Hannover streicht die Segel
Hannover ist raus! Nach der 1:2-Niederlage im Nachholspiel gegen die Würzburger Kickers spricht bei den Niedersachsen niemand mehr von den zaghaften Aufstiegsträumen, die bis zuletzt noch im Hinterkopf waren. Cheftrainer Kenan Kocak nahm die frustrierende Pleite vollständig auf seine Kappe, für Sportdirektor Gerhard Zuber war es schlicht "zu wenig".
"Einfach nicht konstant genug"
45 Minuten lang quälten sich beide Mannschaften am Donnerstagabend durch die erste Halbzeit, dann netzte Genki Haraguchi zur Führung für Hannover 96 ein. Es wäre ein Ergebnis gewesen, von dem am Ende des Tages keiner überrascht worden wäre. Doch dann drehte Würzburg auf. Obwohl Torhüter Michael Esser seiner Mannschaft einen guten Start in die Partie attestierte, musste er noch zwei Mal hinter sich greifen. "Das zieht sich jetzt schon durch die ganze Saison, dass wir einfach nicht konstant genug spielen - das hat mit Sicherheit verschiedene Gründe", kritisierte der 33-Jährige im Anschluss, dass den Niedersachsen die Partie aus der Hand glitt. Es wurde zum sechsten Spiel in Folge ohne Sieg für 96.
"Das merkt man. Dann geht es nicht so leicht von der Hand, aber unterm Strich war es heute einfach zu wenig", ärgerte sich auch Gerhard Zuber über die erneute Pleite, die Hannover auf den zehnten Platz drückt. Der Rückstand zum Drittplatzierten beträgt mittlerweile 14 Punkte - eine Distanz, welche die Niedersachsen wohl nicht mehr einholen. Zurecht, wie Torhüter Esser fand: "Wenn man in einer Saison zweimal gegen den Tabellenletzten verliert, sowohl das Auswärtsspiel, als auch im Heimspiel, dann darf man nicht mehr vom Aufstieg reden."
Planungssicherheit für 2. Liga?
Im Endeffekt geht das auch auf den Deckel von Cheftrainer Kenan Kocak. Der nahm die 1:2-Pleite gegen Würzburg ohnehin auf sich. "Ich bin dafür verantwortlich, was auf dem Platz abläuft, und deswegen stelle ich mich vor die Mannschaft und nehme die Niederlage auf meine Kappe", sagte der 40-Jährige nach der Partie - und verlor sich anschließend auch nicht in Details. Das einzige Fazit des Coaches lautete: "Das war ein gebrauchter Abend für uns. Wir haben verdient verloren und heute einen rabenschwarzen Tag erwischt, an dem nahezu nichts funktioniert hat."
Nach dem Achtungserfolg gegen den Hamburger SV, bei dem Hannover noch einen 0:3-Rückstand aufholen konnte, herrscht nun Tristesse in Niedersachsen. Die Roten müssen sich wohl auf ein weiteres Zweitliga-Jahr einstellen, für das jetzt immerhin die Planungssicherheit größer wird. Mit Sebastian Ernst (Greuther Fürth) steht bereits der erste Neuzugang fest. Die Sportliche Leitung um Kocak und Zuber sitzt ebenfalls bis 2023 fest im Sattel. Der erneute Aufbau kann vermutlich beginnen.