• Facebook
  • Twitter

"Nicht zu unterschätzen“: Darmstadt fürchtet Millionen-Verluste

© IMAGO / Hartenfelser

Darmstadt 98 plagen zum Jahreswechsel trotz des sportlichen Höhenflugs finanzielle Sorgen. Aufgrund der Corona-Pandemie rechnet der Aufstiegsanwärter laut Aussagen seines Präsidenten Rüdiger Fritsch für das laufende Geschäftsjahr mit mehreren Millionen Euro Verlust.

"Ohne Fans und Sponsoren noch schlimmer"

"Wir werden“, sagte Fritsch in einem Interview des Hessischen Rundfunks (HR), "nach zehn Jahren mit positiven wirtschaftlichen Zahlen dieses Jahr einen Verlust von drei bis vier Millionen Euro einfahren. Das sind bei einem Gesamtetat von circa 25 Millionen Euro mehr als zehn Prozent. Das ist nicht zu unterschätzen.“

Eine Schieflage oder gar lizenzgefährdende Probleme fürchten die Hessen allerdings nicht. "Es wäre noch schlimmer, wenn wir nicht die Solidarität unserer Fans und Sponsoren gehabt hätten. Aber wirtschaftlich sind wir stabil, auch weil wir in den letzten Jahren nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investiert und den ein oder anderen Euro in den Sparstrumpf gesteckt haben. Das war im Nachhinein eine sehr sinnvolle und existentiell richtige Entscheidung“, sagte Fritsch weiter.

Nach den gleichzeitig überraschenden Erfolgen im sportlichen Bereich haben die "Lilien“ ihre mittelfristigen Zielsetzungen der positiven Entwicklung ihrer Mannschaft angepasst. "Wir hatten den Anspruch, uns in der zweiten Liga zu etablieren. Das haben wir schneller geschafft als vorgesehen, und dann macht es auch keinen Sinn, in der Anspruchshaltung und Vorgehensweise permanent zu defensiv zu agieren. Ich kann mich nicht damit zufriedengeben, nur zu bewahren. Stillstand ist Rückschritt, wir müssen uns Ziele setzen. Wir haben ein neues Leitbild formuliert, da steht ganz klar drin, dass wir auf Sicht die oberen Plätze der zweiten Liga herausfordern wollen“, unterstrich Fritsch die Ambitionen am Böllenfalltor.

"Gut beraten, keine große Klappe zu haben“

Die Chancen auf eine Rückkehr in die Bundesliga beurteilte der Vereinschef in dem HR-Gespräch trotz Platz zwei in der Winterpause mit fünf Punkten Vorsprung auf den Aufstiegsrelegationsplatz differenziert. "Wir wissen um unsere positive Situation“, sagte Fritsch, aber zugleich schränkte der 60-Jährige auch ein: "Wir haben noch fast die gesamte Rückrunde vor uns. Wir wollen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, aber wir wollen realistisch sein. Wir sind Darmstadt 98, haben eine begrenzte Substanz und sind gut beraten, keine große Klappe zu haben. Dass wir durch die Rückrunde wie das Messer durch die Butter gehen, wird wahrscheinlich nicht passieren.“