• Facebook
  • Twitter

Noch ohne Niederlage: Broll hält Schmidts Serie gegen HSV fest

© IMAGO / Steffen Kuttner

Vor allem dank Torhüter Kevin Broll, aber auch aufgrund einer mannschaftlichen Geschlossenheit, konnte Dynamo Dresden am 2. Spieltag ein 1:1-Remis gegen den Hamburger SV über die Zeit bringen. Cheftrainer Alexander Schmidt, mittlerweile seit acht Liga-Spielen ungeschlagen, zeigte Begeisterung für den Einsatzwillen und die Konzentration, welche die SGD als Aufsteiger bis in die letzte Sekunde bieten muss.

"Er holt mal einen 'Kann-Ball' heraus"

Es war die Partie zwischen Düsseldorf und Bremen, die Alexander Schmidt nach dem eigenen Remis in Hamburg als Vergleich heranzog. Dort fielen am Samstag zuvor zwei entscheidende Tore in der Nachspielzeit. "Man muss 99 Minuten die Antennen oben haben. Jeder hat gesehen, dass der HSV in jeder Sekunde der Nachspielzeit den letzten Punch noch schießen kann", erklärte der Übungsleiter, dass Wachsamkeit bis zum letzten Atemzug eines Spiels geboten ist – gerade als Aufsteiger. Obwohl die Dresdner mit vier Zählern aus den ersten beiden Spielen durchaus zufrieden sein können.

"Die Mannschaft setzt die Prinzipien immer besser um, sie sind sehr intensiv und jeder arbeitet gut gegen den Ball", freute sich Schmidt über die Tugenden, die sein Team auf den Platz bringt. Und viel mehr noch: "Es gibt kein Alibi-Angelaufe, jeder haut sich in jeden Zweikampf rein. Sie wissen ganz genau, dass wir das nicht durchgehen lassen." Das gegenseitige Vertrauen ist groß, so auch in Torhüter Kevin Broll. Der 25-Jährige, genannt 'Brollo', avancierte zum Spieler des Spiels. "Alle in Dresden wissen, was er Kevin zu leisten imstande ist. Er holt mal einen 'Kann-Ball' heraus, das hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt", bestätigte Alexander Schmidt. 'Kann-Bälle' seien im Übrigen diejenigen, die man als guter Keeper mal halten kann, aber hinter denen kein Muss steht.

2,56 Punkte pro Partie für Schmidt

Darüberhinaus attestierte Schmidt dem Gegner aus Hamburg gerade in der ersten Halbzeit eine Überlegenheit. "Es war nicht einfach, diese Angriffswellen zu verteidigen. Wir hatten etwas zu wenig Entlastung vorne", verdeutlichte der Coach, dass der HSV durchaus die Qualität auf den Platz brachte, mit der die Dresdner gerechnet hatten. "Wir haben uns gut vorbereitet, aber in der Praxis ist es halt dann doch ein bisschen anders", gestand Schmidt seiner Mannschaft gewisse Schwächen zu. Trotzdem war der Übungsleiter mehr, als nur stolz: "Mit zunehmender Spieldauer hat unsere Mannschaft gemerkt, dass etwas möglich ist." Gleichzeitig ärgerte sich Schmidt fast ein bisschen, dass die SGD ihre Chancen auf einen zweiten Treffer nicht packen konnten.

Leistungstechnisch habe das 1:1-Remis einen verdienten Stellenwert, so Schmidt. Für den 52-Jährigen ist es mittlerweile das neunte Spiel in Folge ohne Niederlage, zählt man das Landespokal-Viertelfinale gegen Bischofswerda mit. Eine Bilanz, die dem Coach nach dessen unorthodoxen Aus beim Vorjahres-Konkurrenten Türkgücü München nicht alle zugetraut haben. Mit 2,56 Punkten pro Partie ist Schmidt allerdings über jeden Zweifel erhaben – nachdem er nicht nur den Aufstieg im Drittliga-Endspurt schaffte, sondern jetzt auch den guten Zweitliga-Start mit der SGD. Die nächste Prüfung ist das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Paderborn am kommenden Freitag (20:45 Uhr).