Nürnberg immer tiefer in der Krise - Ismaël bleibt vorerst
Der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga war das erklärte Ziel des 1. FC Nürnberg vor Saisonbeginn. Valérien Ismaël, der zuvor noch nie ein Profiteam trainiert hatte, sollte die Franken wieder in die 1. Liga führen. Doch nach nur sechs Punkten aus sieben Spielen, Tabellenplatz 16. und der enttäuschenden 0:3-Pleite in Heidenheim, gerät dieses Ziel in immer weitere Ferne. Die sportliche Führung steht nun zur Disposition. Einen Tag nach der Niederlage bei Aufsteiger 1. FC Heidenheim trafen sich am Donnerstagvormittag der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Schramm sowie Sportvorstand Martin Bader und der Sportliche Leiter Wolfgang Wolf zu einem Krisengespräch. Beide sollten erklären, wie es beim Club weitergehen soll - das Ergebnis: Ismaël darf nach Angaben der "Bild-Zeitung" vorerst bleiben. Nach sechs Niederlagen aus acht Pflichtspielen spricht die Statistik jedoch bereits gegen den Trainer. "Ich weiß, Fußball ist ein Ergebnis-Sport, ich kenne die Spielregeln!“, gibt er gegenüber der Zeitung zu Protokoll. "Momentan bin ich der Trainer, alles andere kann ich nicht beeinflussen. Ich mache meinen Job und tue was ich beeinflussen kann."
Große Verunsicherung im Team
Aber auch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft in den vergangenen Spielen präsentiere, bereitet den Fans Sorgen. Individuelle Fehler und Mängel in der Zuordnung, luden die Gegner zuletzt zum Toreschießen ein. Die Verunsicherung im Team ist groß - nicht zuletzt auch dadurch, dass die Spieler nach der 0:3-Niederlage in Karlsruhe von Ultras dazu aufgefordert wurden, ihre Trikots abzugeben. Doch nicht nur der Trainer steht unter Druck. Aufsichtsratsmitglied Günther Koch forderte zuletzt zum wiederholten Male öffentlich den Rücktritt Baders - dem "BR" sagte er: "Es kann jetzt nicht sein, dass man den Trainer einfach so rausschmeißt. Man muss jetzt schon das große Ganze sehen und wissen, wer den Trainer geholt hat.“ Dem Manager wird vorgeworfen, bei der Zusammenstellung des Kaders die falschen Entscheidungen getroffen zu haben und auch die Verpflichtung des unerfahrenen Ismaël wird nun kritisiert. Am Dienstag stehen die Aufsichtsratswahlen an, bei denen fünf von neun Aufsichtsratsmitgliedern neu gewählt werden. Dann wird sich zeigen, ob das große Stühlerücken in Nürnberg beginnt und ein erneuter Umbruch vollzogen wird. Eventuelle Entscheidungen über Trainer und Vorstand sind für die Tage nach der Mitgliederversammlung zu erwarten.
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