"Ohne Rücksicht auf Verluste": Lorenz übt Kritik an DFL-Konzept
Beim Karlsruher SC war Marc Lorenz in dieser Saison als Stammspieler gesetzt, bis sich der Außenbahnspieler einen Rippenbruch zuzog und pausieren musste. Nun soll die Spielzeit am kommenden Wochenende fortgesetzt werden. Ob der 31-Jährige dann startbereit sein wird, ist nicht klar - ganz im Gegenteil zu seiner Kritik an der DFL-Planung.
Lorenz vermisst "Gespür"
Beim 1:1-Unentschieden gegen Osnabrück erlitt Marc Lorenz vom KSC einen Rippenbruch und musste pausieren, die darauffolgenden drei Partien verpasste der 31-Jährige. Dann kam die Corona-Zwangspause und neun Wochen später erwartet die Liga den Re-Start an diesem Wochenende.
Für den Karlsruher ist die Rückkehr zu früh - aber nicht wegen seiner eigenen und derzeitigen Verletzung. Wie er gegenüber der "Badische Neuesten Nachrichten" erklärt, vermisst Lorenz seitens der DFL-Planung für den Wiedereinstieg "die Vorbereitung und das Gespür für die Gesundheit der Spieler. Ich glaube, da wird gar nicht darauf geachtet."
"Gesundheit ist unbezahlbar"
"Die Spieler werden nach 60 Minuten platt sein", prognostiziert Lorenz und übt scharfe Kritik am DFL-Konzept für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs: "Da helfen auch die beschlossenen fünf Auswechslungen nichts. Dann wird die Übermüdung kommen und dann die schweren Verletzungen." In seiner eigenen Karriere blieb der 31-Jährige von größeren Verletzungen verschont, der Rippenbruch zieht bereits die längste Ausfallzeit in Lorenz' Historie nach sich. Umso strenger sieht der Karlsruher den Wiedereinstieg: "Es ist für mich ein Durchdrücken ohne Rücksicht auf Verluste."
Dabei könnten die Spieler natürlich selbst anhand ihres Fitnesszustandes reagieren und etwaige Bedenken mitteilen. Für Lorenz liegt aber auf der Hand, dass das nicht viele freiwillig machen werden. "Es gibt viele, die um einen neuen Vertrag spielen", sieht der 31-Jährige den Erfolgsdruck ebenso kritisch. Doch die Gesundheit sei wichtiger: "Wenn sich einer das Kreuzband reißt, verpflichtet den keiner mehr. Gesundheit ist unbezahlbar."