Ole Werner vor erstem Nordderby: "War damals schon Grün-Weiß"

Nordderby an der Elbe! Zu Gast beim Hamburger SV (Sonntag, 13:30 Uhr) will Ole Werner die Tabellenführung mit dem SV Werder Bremen verteidigen. Für den Übungsleiter ist es das erste Duell zwischen den Erzrivalen, das er als Cheftrainer begleitet. Erinnerungen an vorherige Aufeinandertreffen wurden aber schnell wach.

"Höchste Aufmerksamkeit"

Als dem Hamburger SV in der Saison 2008/09 im UEFA-Cup-Halbfinale der Spielball auf einer Papierkugel versprang, spielte der 20-jährige Ole Werner beim TSV Kropp in der Oberliga Schleswig-Holstein. Der Jubel im Hause der Werners war vermutlich groß, als Bremen die anschließende Ecke nach dem fatalen Missgeschick in ein Tor ummünzte. "Aufgrund der Familie war ich damals eher schon bei Grün-Weiß. Ich kann mich noch an die Papierkugel erinnern und allgemein an interessante, brisante Partien", blickte Ole Werner zwei Tage vor seinem ersten Nordderby als Werder-Coach zurück.

Der 33-Jährige geht zwar nicht mit dem Rehhagel-Rekord von acht aufeinanderfolgenden Siegen in das Duell der Erzrivalen, hat sich aber angesichts von 22 Punkten aus acht Spielen keine Blöße vorzuwerfen. Aber auch der HSV blieb zuletzt sieben Mal in Serie ungeschlagen, verlor grundsätzlich erst zwei Partien in der Saison. "Es treffen zwei Teams aufeinander, die Fußball spielen wollen. Ich erwarte ein Spiel, wo es von Beginn an zur Sache gehen wird", konzentrierte sich Werner auf die bevorstehende Aufgabe, deren Bedeutung nicht größer sein könnte: "Werder gegen den HSV ist das größte Duell im Norden. Zwei große Städte, zwei Traditionsvereine, die aufeinandertreffen. Das Derby definiert sich auch über die Historie dieses Duell. Es hat die höchste Aufmerksamkeit."

Letzter Derbysieg vor drei Jahren

Fehlen wird dem 33-Jährigen im Nordderby niemand, lediglich Ersatztorhüter Luca Plogmann und Junioren-Nationalspieler Fabio Chiarodia stehen nicht zur Verfügung. Dagegen wird Leonardo Bittencourt nach abgesessener Gelbsperre zurückkehren, auch Roger Assalé wird möglicherweise nach seiner Verspätung zur Teambesprechung in der Vorwoche eine neue Chance erhalten. Wichtig war Werner, dass die Spieler die Bedeutung des Duells aufnehmen. "Die Spannung war vom ersten Tag an spürbar. Ich freue mich sehr auf das Spiel. Man merkt die besondere Anspannung", gab der Coach vor.

Am Ende geht es aber auch im Nordderby um drei Punkte, die der aktuelle Tabellenführer mit dem ersten Verfolger ausspielen wird. "Danach werden noch viele, weitere Punkte vergeben. Tabellarisch hat das Duell noch keinen entscheidenden Charakter", verwies Werner auf den langen Weg, der unabhängig vom Ergebnis noch vor den Grün-Weißen liegen wird. Nach dem vergangenen 1:1-Remis gegen Ingolstadt ist aber auch klar, dass Werder reagieren wird. "Natürlich werden wir gewisse Dinge an den Gegner anpassen, aber am Ende müssen wir bei uns bleiben", schwor Werner seine Mannschaft ein - mit einer klaren Botschaft: "Wir sind Werder und Tabellenführer - und so wollen wir auch auftreten." Den letzten Derbysieg verbuchte Bremen übrigens vor genau drei Jahren und einem Tag - es war ein 1:0-Erfolg an der Weser durch ein Eigentor von Rick van Drongelen.

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