Paderborn kocht Darmstadt ab: "Richtig auf die Fresse bekommen"
Am Sonntag kassierte der SV Darmstadt 98 erst die zweite Saisonniederlage, dafür war die 0:4-Pleite gegen den SC Paderborn aber umso heftiger. Ein Platzverweis gegen Nicolai Rapp kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit machte für den Ausgang der Partie keinen Unterschied, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Lilien bereits geschlagen.
"Hätten gegen jeden verloren"
In der 81. Spielminute jubelte Paderborns Prince Osei Owusu über seinen ersten Saisontreffer, der das insgesamt fünfte Tor für die Gäste aus Ostwestfalen bedeutet hätte. Aufgrund einer Abseitsposition kam der SV Darmstadt 98 um diesen Treffer herum, über die vier vorherigen Gegentore musste Cheftrainer Markus Anfang nicht viel diskutieren. "Ohne die Leistung der Paderborner schmälern zu wollen: Wir haben heute selbst das Spiel verloren. Und wir hätten heute gegen jede Mannschaft verloren, weil wir nicht in der Lage waren, unser Spiel durchzuziehen", urteilte der 46-Jährige entschieden. Schon nach 25 Minuten klingelte es zum dritten Mal hinter SVD-Keeper Marcel Schuhen. Der Tag war gelaufen.
"Das war das schlechteste Spiel, was ich je als Zweitligatrainer betreut habe", konnte Anfang nur mit dem Kopf schütteln, auch über das eigene Coaching. Quälend lang erschienen die 90 Minuten auf dem Platz: "Wir hatten einen ganz schlechten Tag. Es war nicht möglich, auch nur annährend Konkurrenz zu sein und Punkte zu holen." Unnötige Ballverluste, fehlende Zweikampfstärke und der frühe wie hohe Rückstand erledigten die Lilien. Dass die gelb-rote Karte gegen Nicolai Rapp, die "nie und nimmer eine war", kurz vor der Pause noch einen Unterschied ausmachte, glaubte Anfang nicht: "Auch wenn wir heute meilenweit davon entfernt waren, das Spiel zu drehen, so hätten wir es zumindest mit elf Mann probieren können."
Schuhen lobt vorherige Wochen
Paderborn bleibt für den SVD ein rotes Tuch. Schon vor zwei Jahren musste man sich am Böllenfalltor mit einer 2:6-Niederlage geschlagen geben, nun gab es erneut eine deutliche Packung zum Einstecken. "Es fällt mir schwer, Worte zu finden. Wir wurden von der ersten Minute an abgekocht", fand auch SVD-Keeper Marcel Schuhen, sein Urteil fiel nicht weniger deutlich aus: "Wir haben richtig auf die Fresse bekommen." Dabei waren die Lilien bis dato gut in Form, mussten erst ein Mal den Platz als Verlierer räumen. Auch das erkannte der Schlussmann an: "Trotzdem haben wir die letzten Wochen sehr guten Fußball gespielt und unsere Punkte absolut verdient geholt. Deswegen wirft uns das nicht um." Nun geht es in die Länderspielpause, bevor sich die Lilien dann gegen den FC Erzgebirge Aue (22. November) rehabilitieren können.