Pokal-Aus nach späten Gegentoren: St. Pauli fehlen zwei Minuten
Der FC St. Pauli strauchelt bislang durch die Saison, doch in Freiburg gaben die Kiezkicker im DFB-Pokalspiel ein gutes Bild beim favorisierten Sportclub ab. Zweimal fehlten den Hamburgern nur wenige Sekunden, um ein besseres Ergebnis - und das Weiterkommen - zu erzielen.
"Als wären die Freiburger alle 2,50 Meter groß"
Etwas überraschend brachte Lukas Daschner die Kiezkicker in Führung, als er einen Fehler der Freiburger Abwehr eiskalt ausnutzte (42.). Fortan waren die Hamburger darum bemüht, die berüchtigte Null zu halten - und beinahe hätte es geklappt. "Der Plan, den wir uns zurechtgelegt haben, ist richtig gut aufgegangen. Wir haben sehr wenig zugelassen und immer wieder Nadelstiche setzen können. Aus meiner Sicht hätten wir hier mehr Tore schießen können", freute sich Cheftrainer Timo Schultz entsprechend über die Art und Weise des Auftritts seiner Mannschaft, die im bisherigen Saisonverlauf so viele Höhen und Tiefen hinter sich gelegt hatte.
Das glücklichere Ende für St. Pauli blieb jedoch aus. "Am Ende ist Druck immer größer und das Spieltempo ist gefühlt immer höher geworden", so Schultz. "Von meiner Position aus sah es so aus, als wären die Freiburger alle 2,50 Meter groß und alle waren vorne drin. Dass man dann einen Ball mal nicht verteidigen kann, gehört dazu und ist heute die bittere Wahrheit." Denn in der letzten Minute der Nachspielzeit erzwang Nationalspieler Matthias Ginter per Kopfballtreffer die Verlängerung. Und auch dort reichte es für die Hamburger nicht bis ganz zum Schluss.
Gregoritsch entreißt St. Pauli letzte Chance
"Bei uns herrscht eine gewisse Sprachlosigkeit, dass wir beide Tore so knapp vor dem Ende der Spielzeit schlucken müssen. Das müssen wir analysieren, auch wenn solche Momente manchmal nicht zu analysieren sind", fasste Daschner das Spielgeschehen nach 120 Minuten zusammen. Eine Zeigerumdrehung vor Abpfiff und dem möglichen Elfmeterschießen machte Freiburg den Siegtreffer, sodass die Hamburger mit leeren Händen nach Hause fahren. "Am Ende hat es nur an den letzten Minuten gelegen. Das war einfach sehr unglücklich und wir müssen schauen, wie wir es hätten besser machen können", erklärte Johannes Eggestein stellvertretend.
Zum wiederholten Male scheidet St. Pauli somit früh aus dem DFB-Pokal aus - seit der Jahrtausendwende schafften es die Hamburger nur zweimal über die 2. Runde hinaus. Allerdings - und das hat auch vieles mit der unruhigen Saison zu tun - war Timo Schultz trotzdem stolz auf seine Mannschaft. "Ich habe den Jungs heute vor dem Spiel gesagt, dass wir zwei Spiele spielen. Eins für die Anzeigetafel und eins für die Haltung. Das Spiel für unsere Haltung haben wir haushoch gewonnen", fand der Cheftrainer. Nun sollte sich St. Pauli aber auch wieder auf die Anzeigetafel bringen, am Samstag (20:30 Uhr) folgt das Kellerduell mit Arminia Bielefeld.