Rassismus-Eklat: Polizei hat Kogge-Fan ermittelt - Hansa prüft Anfrage
Nachdem sich am Montag bereits ein Fan beim F.C. Hansa Rostock gemeldet hatte, hat nun auch die Polizei den mutmaßlichen Straftäter ermittelt, der am vergangenen Freitag Terrence Boyd vom 1. FC Kaiserslautern rassistisch beleidigt haben soll. Ob es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, ist noch nicht klar.
Hansa prüft Anfrage der Polizei
Laut Polizei wurde ein 23-Jähriger ausgemacht, der als Hansa-Fans zugeordnet werden kann. Offen ist jedoch, ob es sich dabei um dieselbe Person handelt, die sich am Montag bereits beim F.C. Hansa gemeldet hatte. Dies konnte die Polizei nämlich nicht bestätigen. Der Grund für die fehlende Bestätigung: "Der Verein hat die Personalien auf Anfrage bisher nicht an die Polizei übermittelt", heißt es in der Mitteilung der Polizei. Indes dauern die Ermittlungen des Staatsschutzes wegen des Verdachts der Beleidigung und Volksverhetzung weiter an.
Die Kogge zeigte sich unterdessen "irritiert" darüber, "dass wir (...) eine schriftliche Anfrage in der Sache erhalten und keine 60 Minuten später bereits per Pressemitteilung kommuniziert wird, dass der F.C. Hansa Rostock nicht geantwortet hat". Der FCH werde nun "selbstverständlich" prüfen lassen, "ob der Verein in diesem konkreten Fall personenbezogene Daten herausgeben darf. Sobald dies geklärt ist, werden wir natürlich auf die Polizei zugehen".
Beim Heimspiel der Kogge am vergangenen Freitag war Terrence Boyd, Angreifer des FCK, nach seinem Treffer zum 2:0-Endstand von einem Hansa-Anhönger als "Scheiß Kanacke" beleidigt worden. Dies war über die TV-Außenmikrofone gut hörbar. Wie Hansa am Montag in einer Pressemitteilung vermeldet hatte, war der Fan zur Einsicht gekommen und hatte sich am Montag beim Verein gemeldet.
Kein Capo beteiligt
Entgegen hartnäckiger Gerüchte in den sozialen Netzwerken "kam die Beleidigung nicht von einem der drei Capos auf der Südtribüne, sondern einem Fan direkt neben einem der "Vorsänger"-Podeste", teilte der F.C.H mit. Der Verein werde nun wie angekündigt "entsprechende Konsequenzen ziehen und ein Stadionverbotsverfahren einleiten".
Wie Boyd am Samstagabend via "Twitter" äußerte, hatte sich Rostocks Vorstandsvorsitzender Robert Marien nach der Partie persönlich per Telefon gemeldet und "sich für die Ausschweifung eines Fans" im Namen von Hansa Rostock entschuldigt. "Vielen Dank dafür", schrieb Boyd.