RB Leipzig mit schmeichelhaftem Auswärtsdreier zum Auftakt
Mit einem hart erkämpften Erfolserlebnis ist RB Leipzig am Samstag in die neue Saison der 2. Fußball-Bundesliga gestartet. Beim FSV Frankfurt gelang der Rangnick-Elf ein knapper und letztlich etwas glücklicher 1:0-Sieg. Das Tor des Tages gegen die Mannschaft von Ex-Rasenball-Coach Thomas Oral erzielte der österreichische Neuzugang Marcel Sabitzer nach 55 Minuten. Davor und auch danach war es mehrfach Keeper Fabio Coltorti, der seinem Team das Zu-Null-Spiel retten konnte.
Volle Offensive im fremden Stadion
Die Aufstellung der Sachsen war sehr mutig gewählt. Sabitzer begann in der Offensive gemeinsam mit Yussuf Poulsen, Davie Selke und Emil Forsberg - die Marschroute war also, zumindest auf dem Papier, klar. Etwas überraschend verdrängte Stefan Hierländer nach seiner guten Vorbereitung zudem hinten rechts Georg Teigl aus der Startelf. Im Spiel gelang es den Gästen dann auch schnell, Kontrolle über den Ball zu erlangen. Die Hoheit im Spiel ging der Mannschaft dennoch ab, speziell in der Anfangsphase führte kein Angriff zu einer wirklich gefährlichen Situation. Die Mainstädter lauerten auf Konter und standen insgesamt recht clever.
Eine der Schlüsselszenen sahen die Zuschauer in der 18. Minute: nach einem der anvisierten Konter des Heimteams war Zlatko Dedic auf und davon. Der Ex-Dresdner legte sich den Ball im Eins gegen Eins mit Coltorti aber zu weit vor und der Schweizer konnte klären.
Von der hochgelobten Bullen-Offensive war im ersten Durchgang so gut wie nichts zu sehen. Millionenstürmer Selke war fast abgemeldet, lediglich einmal konnte er mit einem knapp verfehlten Kopfball für Gefahr sorgen. Das 0:0 zum Pausenpfiff war dann auch ein leistungsgerechter Zwischenstand in einem Spiel auf überschaubarem Niveau.
Zittern bis zum Ende
An diesem Ablauf änderte sich auch nach Wiederanpfiff zunächst kaum etwas. RB wirkte weiterhin harmlos - und kam in der 55. Minute dann doch, eigentlich vollkommen aus dem Nichts, zur Führung. Nach einer Flanke von Ex-FSVler Anthony Jung patzte Alexander Bitroff bei einem Klärungsversuch und Marcel Sabitzer war am langen Pfosten zur Stelle. Die Dinge nahmen nun scheinbar doch den erwarteten Werdegang.
Die Leipziger hatten nach dem Tor Oberwasser, Frankfurt hing in den Seilen. Der zweite und vorentscheidende Treffer sollte aber in dieser Drangphase ausbleiben und wie so oft im Fußball hätte sich dies kurz vor Ultimo fast noch gerecht. Erst traf der bereits zu Beginn verletzungsbedingt eingewechselte Lukas Gugganig nach 82 Minuten nur den Außenpfosten und quasi mit dem Schlusspfiff stocherte Joan Oumari das Leder im Gewühl neben das Tor.
Als Schiedsrichter Robert Hartmann kurz darauf abpfiff, fielen den Roten folgerichtig mehrere Steine vom Herzen. Eine Glanzleistung lieferten sie keineswegs, doch sind es genau diese Spiele, die ein Aufstiegskandidat gewinnen muss. Ein Umstand, an dem es in der letzten Saison ja letztlich gefehlt hatte, wie auch der zufriedene Ralf Rangick resümierte: "Wir haben uns nicht beeindrucken lassen, im letzten Jahr war das nicht immer so." Bis zur Heimpremiere am ersten Montag im August bleibt eine gute Woche Zeit, um an einigen Schrauben zu drehen und gegen die Spvgg Greuther Fürth dann vielleicht auch spielerisch zu überzeugen.