Saisonrückblick 2014/15: Von Torjägern, Pechvögeln und Transfer-Meistern
Zum Ende einer aufregenden Spielzeit blicken wir nochmals zurück, um die Spieler und Vereine hervorzuheben, denen im vergangenen Jahr besonderes gelungen ist. Aber auch die Pechvögel und Enttäuschungen der letzten Saison sollen in unserem Saisonrückblick Erwähnung finden.
Der Knipser: Rouwen Hennings (Karlsruher SC)
Wo wäre der KSC ohne Hennings gelandet? Sicherlich nicht in der Relegation, denn der Stürmer war absoluter Punktegarant. Traf Hennings, gab es immer mindestens einen Zähler für Karlsruhe zu bejubeln. Besonders in der Rückrunde lief der Angreifer zur Höchstform auf und erzielte 14 seiner 17 Saisontreffer. Zu Saisonbeginn saß er hingegen oftmals draußen und musste bis zum elften Spieltag warten, ehe er seinen ersten Treffer bejubeln konnte.
Der Top-Vorbereiter: Pascal Groß (FC Ingolstadt)
Ebenfalls als Erfolgsgarant darf Pascal Groß bezeichnet, werden der stolze 23 Torvorlagen zu Stande brachte und somit erheblichen Anteil an der Meisterschaft der Schanzer hatte. Durch seine Pässe und besonders seine Standards entstand stets Gefahr im gegnerischen Sechzehner. Groß' Paradestück gelang ihm am fünften Spieltag, als er beim 4:1-Sieg gegen VfR Aalen alle vier Treffer des FCI vorbereitete.
Der Elfer-Held: Manuel Riemann (SV Sandhausen)
Mit drei gehaltenen Elfmetern entpuppte sich Sandhausens Keeper als Strafstoßschreck. Riemann sicherte auf diese Weise zu Saisonbeginn gegen Fürths Stephan Fürstner und Aalens Leandro jeweils den knappen 1:0-Sieg. Sicher wird der VfL Bochum bei seinem zukünftigen Torwart auf eine Fortsetzung dieser Statistik hoffen. Ebenfalls nervenstark präsentierte sich Düsseldorfs Michael Rensing, der zwei von drei Elfmetern abwehren konnte. Seine Paraden konnten jedoch die Niederlagen gegen Frankfurt und Ingolstadt nicht verhindern.
Die Dauerbrenner: Benedikt Röcker (Greuther Fürth), Christian Mathenia (Darmstadt 98), Patric Klandt (FSV Frankfurt)
Gleich drei Spieler verpassten keine einzige Spielminute der abgelaufenen Saison. Als einziger Feldspieler zählt Benedikt Röcker in diese Kategorie. Der Fürther war die einzige Konstante in der Viererkette und lief nie Gefahr eine Gelbsperre absitzen zu müssen. Interessant: Seine beiden Verwarnungen holte sich Röcker am ersten und am letzten Spieltag der Saison. Ebenfalls dauerhaft auf dem Spielfeld standen die Torhüter Christian Mathenia und Patric Klandt, der sich im Sommer nach sieben Jahren beim FSV einen neuen Verein suchen wird.
Die Joker: Emil Berggreen (Eintracht Braunschweig) und Joel Pohjanpalo (Fortuna Düsseldorf)
Mit jeweils vier Treffern nach Einwechslung teilen sich zwei Angreifer den Titel des Edeljokers. Braunschweigs Emil Berggreen kam erst im Winter aus Norwegen nach Niedersachsen und zeigte besonders am Ende der Spielzeit seine Qualitäten als er in drei Spielen nacheinander jeweils als Joker stach und vier Tore erzielte. Er brachte die Löwen so nochmal ins Rennen um den Aufstieg, den sie am Ende dennoch verpassen sollten. Pohjanpalo wusste besonders in der starken Hinrunde seiner Fortuna zu überzeugen und erzielte vier seiner elf Saisontreffer als Joker. Besonders im Gedächtnis geblieben ist sicher sein Siegtreffer zum 3:2 gegen den 1.FC Heidenheim.
Die Fairsten: Erzgebirge Aue
Die sauberste Spielweise muss nicht gleich die erfolgreichste sein. Mit 61 gelben Karten und einem Platzverweise stellt Absteiger Erzgebirge Aue das fairste Team der Saison. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass auf Rang Zwei mit 52 Gelben und drei Feldverweisen den zweite direkte Absteiger VfR Aalen steht. Ob der Abstieg jedoch an der Fairness gelegen haben wird, darf zumindest bezweifelt werden.
Die Nervenstarken: Union Berlin
Union Berlin bewies in der abgelaufenen Saison gewaltige Nehmerqualitäten. In 22 Saisonspielen lagen die Eisernen in Rückstand und holten aus diesen Partien dennoch 21 Zähler. Mit diesen Comebackqualitäten sicherten sich die Berliner eine Saison in ruhigen Fahrwässern. Besonders nervenschwach präsentierte sich hingegen Erzgebirge Aue die nach Rückstand keinen einzigen Sieg und gerade einmal zwei Punkte einfahren konnten.
Der Zuschauer-Meister: 1.FC Kaiserslautern
Wenigstens in einer Statistik sind die Roten Teufeln nicht zu besiegen. Der Betzenberg war der größte Zuschauermagnet der Saison 2014/15. Knapp 33.000 Fans strömten im Schnitt zu den Spielen der Roten Teufel und sahen nur eine einzige Heimniederlage ihres Teams. Dennoch blieb die große Feier aus und der erneute vierte Tabellenplatz wird für Ernüchterung in der Pfalz sorgen. Doch wenigstens im Bereich der Zuschauerzahlen wird sich im kommenden Jahr wohl wenig ändern. Auf seine treuen Fans wird sich Kaiserslautern verlassen können.
Die größte Überraschung: SV Darmstadt 98
Die Lilien an dieser Stelle zu lesen, dürfte keinen mehr wundern. Viel wurde bereits geschrieben über die fantastische Saison der Südhessen und den Durchmarsch vom Fast-Abstieg aus der Dritten Liga bis zum Aufstieg in die Bundesliga. Noch einmal ein paar Fakten: Darmstadt setzte sich mit einem Mini-Etat gegen die ambitionierte Favoriten wie Kaiserslautern, Leipzig oder die Absteiger Braunschweig und Nürnberg teilweise sehr deutlich durch. Mit nur 26 Gegentreffern stellten die Lilien zusammen mit dem KSC die beste Verteidigung der Liga. Vom zehnten bis zum 25. Spieltag blieb der SVD unbesiegt und kassierte lediglich sieben Gegentreffer. Und schließlich behielten die Südhessen am Saisonende in den direkten Duellen mit Lautern und dem KSC die Nerven und sicherten sich mit zwei Siegen den entscheidenden Vorteil im Aufstiegsrennen.
Die größte Enttäuschung: TSV 1860 München
Vor der Saison wurde ambitioniert eingekauft, hohe Zielen wurden ausgegeben und bessere Zeiten heraufbeschworen. Auf dem Platz brachten die Löwen jedoch nur selten eine Leistung die den eigenen Ansprüchen gerecht werden konnte. Von Anfang an hing der TSV im Keller fest, versuchte zweimal durch einen Trainerwechsel neue Impulse zu setzen, doch das Team blieb zerrüttet und verunsichert. Zuviel Unruhe im Umfeld, ständige Medienkritik und die eigenen Erwartungen standen den Löwen im Weg. Am Ende geht es nun in die Relegation, wo am Dienstagabend in der Allianz Arena entschieden wird, ob 1860 nach einen Neuanfang in der Dritten Liga starten muss.
Der Oldie: Gábor Király (TSV 1860 München)
Noch zweimal durfte der Routinier zu Saisonbeginn auflaufen, ehe seine Zeit bei den Löwen zu Ende ging und er zum FC Fulham wechselte. In der Partie gegen RB Leipzig war Király 38 Jahre, vier Monate und neun Tage alt und somit der Oldie der abgelaufenen Saison. Den Niedergang seines Teams bis in die Relegation musste der Keeper der allerdings nicht mehr miterleben.
Der Youngster: Cedric Teuchert (1.FC Nürnberg)
Mit 17 Jahren, neun Monaten und 24 Tagen feierte Teuchert im vergangenen Herbst sein Debüt im Profisport. Zwei Minuten durfte der Youngster für den „Club‟ beim SV Sandhausen auflaufen. Weitere Einsätze kamen zwar bislang nicht hinzu, aber Teuchert wird ab Sommer fest zum Profikader zählen und sich so für weitere Spiele in der Zweiten Liga empfehlen können.
Die Pechvögel: Andre Hainault (VfR Aalen) und Philipp Ziereis (FC St. Pauli)
Mit jeweils zwei Eigentoren teilen sich zwei Spieler den Titel des größten Pechvogels. Aalens Verteidiger Andre Hainault war zweimal mit seinen Eigentoren an deutlichen Auswärtspleiten beteiligt. Während sein Treffer zum 4:1 für den FC Ingolstadt gegen Aalen nicht mehr ins Gewicht fiel, war sein frühes Eigentor zum 1:0-Rückstand in Bochum, der Wegbereiter einer späteren 0:4-Niederlage. Bei Ziereis sprang nach seinen Eigentoren immer zweimal ein 3:3-Unentschieden heraus.
Der Transfer-Meister: 1.FC Nürnberg
Nirgendwo war der Umbruch in der abgelaufenen Saison derart groß wie beim „Club‟. 23 Zugängen standen 24 Abgänge gegenüber. Im Prinzip musste eine komplett neue Mannschaft geformt werden, was die schwierige Saison der Franken erklärt, die sich erst gegen Ende der Saison wirklich gefunden zu haben schienen. Kein Wunder denn wichtige Spieler der vorherigen Spielzeit wie etwa Josip Drmic, Hiroshi Kiyotake, Makoto Hasebe, Markus Feulner oder Daniel Ginczek verließen den Verein und konnten sich gleichwertig ersetzt werden. Königstransfer Jakub Sylvestr wurden hauptsächlich Talente wie Alessandro Schöpft, Sebastian Kerk oder Niclas Füllkrug zur Seite gestellt. In Nürnberg wird man nun froh sein, die Grundlagen geschaffen zu haben um in der nächsten Saison von Beginn als Einheit um die vorderen Plätze mitzuspielen.