Saisonvorschau Leipzig: Spielt RBL erneut um den Aufstieg mit?
Nach dem Aufstieg aus der Regionalliga gelang RB Leipzig in seiner ersten Drittligaspielzeit gleich der Durchmarsch in die zweite Bundesliga. Die Roten Bullen drückten der Liga mit ihrem auf Pressing ausgerichteten System den Stempel auf und etablierten sich rasch in der Tabellenspitze. In der Rückrunde lieferten sich die Rasenballsportler mit dem SV Darmstadt 98 ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg. Am vorletzten Spieltag gelang den Sachsen mit einem 5:1 gegen Saarbrücken schließlich die sportliche Qualifikation für Liga 2. Nach einem Lizenzstreit mit der DFL, änderten die Leipziger Logo und Vereinsstruktur, wodurch auch der rechtliche Weg in die zweite Liga frei wurde. liga2-online.de wirft einen Blick auf die Saison der Leipziger,
Die Vorbereitung
Die Roten Bullen starteten mit einem knackigen Lauftrainingslager und zwei Kantersiegen gegen unterklassige Teams (7:0 gegen VfB Zwenkau, 11:0 gegen MSV Neuruppin) in die neue Saison. Nach weiteren Siegen gegen den TSV Havelse (4:0), SSV Markranstädt (2:0) und den Kapfenberger SV (5:1), setzte es im Rahmen des Trainingslagers in Österreich gegen Drittligist Sonnenhof Großaspach die erste Niederlage (2:3). Zum Abschluss testen die Leipziger gegen die internationalen Clubs Paris St.-Germain (4:2), FC Getafe (2:3) und die Queens Park Rangers (2:0). Vor allem gegen die Franzosen um Zlatan Ibrahimovic wussten die Sachsen zu überzeugen und deuteten ihr Offensivpotential an. Zur Überraschung der Vorbereitung zählen die Youngster Prevljak und Strauß. Die Nachwuchstalente stießen von der eigenen U19 zur ersten Mannschaft und machten durch sehr gute Leistungen in den Testspielen auf sich aufmerksam. Überschattet wurde die Vorbereitung von der Verletzung Fabio Coltortis. Der Torhüter zog sich im Training einen Innenbandanriss im Knie zu und fällt voraussichtlich drei Monate aus. Ralf Rangnick kündigte bereits an nochmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Laut Medienberichten steht der Hoffenheimer Jens Grahl ganz oben auf dem Wunschzettel des Sportdirektors. Zu allem Überfluss verletzte sich im letzten Testspiel auch Neuzugang Terrence Boyd am Kreuzband. Eine genaue Diagnose steht noch aus, die Leipziger rechnen mit einer Pause von vier Wochen.
Voraussichtliche Startelf
Boyd, Poulsen
Kaiser
Kimmich, Demme, Khedira
Jung, Sebastian, Hoheneder, Heidinger
Bellot
Wichtigster Spieler
Die vermutlich tragendste Säule der Rasenballsportler ist Dominik Kaiser. Der Mittelfeldregisseur war in der Saison 2013/14 mit 13 Toren und 14 Vorlagen Topscorer der Leipziger und wurde darüber hinaus zum besten Spieler der vergangenen Drittligasaison gekürt. Der ehemalige Hoffenheimer zieht hinter den Spitzen die Fäden, tritt nahezu alle ruhenden Bälle und ist so etwas wie das Herz der Sachsen. War er von seinen Gegenspielern in Liga 3 nie völlig auszuschalten, bleibt abzuwarten wie sich Kaiser nun gegen stärkere Kontrahenten behauptet. Die Position des Mittelfeldspielers ist die einzige im breiten Kader, auf der die Sachsen nicht ohne Qualitätsverlust wechseln können.
Stärken
Mit 65 Toren stellten die Leipziger in der vergangenen Saison die treffsichterste Offensive der 3. Liga. Mit Frahn, Poulsen, Palacios, Morys und Thomalla verfügte Trainer Zorniger bereits letztes Jahr über diverse Optionen. Mit Neuzugang Terrence Boyd von Rapid Wien ist im Sommer eine weitere namhafte dazugekommen. Der US-Amerikaner besticht durch seine Physis und dürfte das Angriffsspiel des Aufsteigers nochmal auf ein höheres Level heben. Egal ob die Leipziger mit zwei oder drei Spitzen spielen, auf die gegnerischen Abwehrreihen wird einiges an Arbeit zukommen. Zudem ist das laufintensive Pressing ein großes Pfund der Sachsen. Vor allem die „Balljägern“ Kimmich und Demme ließen den Gegnern wenig Zeit und Raum ein geordneten Spielaufbau aufzuziehen.
Schwächen
Die offensive Ausrichtung der Leipziger birgt jedoch auch Risiken. Die hochstehende Verteidigung der Roten Bullen kann durch lange Bälle des Gegners relativ leicht ausgehebelt werden bzw. die Defensivspieler in 1:1-Situationen zwingen. Zudem ließen in den Testspielen technisch starke Mannschaften das Leipziger Pressing ein ums andere Mal ins Leere laufen. Vor allem gegen den FC Getafe wirkten die Rasenballsportler teilweise hilflos als sich die Spanier spielerisch von dem aggressiven Anlaufen der Leipziger befreiten. Gegen technisch versierte Teams benötigt der Aufsteiger hier einen Plan B. Darüber hinaus haben die Sachsen nach ruhenden Bällen noch Luft nach oben. Die zurückliegende Weltmeisterschaft zeigte einmal mehr, wie wichtig gefährliche Standardsituation inzwischen sind.
Der Trainer
Als Alexander Zorniger im Juli 2012 den Trainerposten in Leipzig übernahm, war der Name des Schwaben lediglich Insidern ein Begriff. Von der SG Sonnenhof Großaspach nach Sachsen gewechselt, impfte der Übungsleiter seiner Mannschaft eine Spielphilosophie ein, die auf Pressing, Balleroberung und einem schnellen Spiel in die Spitze fußt. Mit dieser Spielweise bleiben die Rasenballsportler in der gesamten Saison 2012/13 ungeschlagen und schafften als erste Mannschaft den Durchmarsch von der vierten in die zweite Liga. Neben den sportlichen Aufgaben könnte auch die nun zunehmende mediale Aufmerksamkeit eine Herausforderung für Zorniger werden. Sorgten manche Aussagen des Trainers lediglich in der regionalen Presse für Aufsehen, werden die Sätze von Zorniger von nun an von Medien in ganz Deutschland seziert.
Prognose
Dass auch die zweite Liga nur eine Durchgangsstation für RB Leipzig sein soll, ist kein Geheimnis. Ob nach zwei Aufstiegen in Serie bereits im Frühling 2015 der nächste gefeiert werden kann, bleibt abzuwarten. Für die Sachsen spricht die eingespielte Mannschaft, die die Philosophie von Trainer Zorniger detailversessen verinnerlicht hat und damit auch diverse Zweitligisten vor Probleme stellen wird. Zudem verfügt der Leipziger Übungsleiter über einen breiten Kader und weiß alle Positionen doppelt besetzt. Der nochmals verschärfte Konkurrenzdruck birgt jedoch auch Gefahren. Vor allem im Sturm geht mit dem Hauen und Stechen um die Stammplätze ein gehöriges Konfliktpotential einher. Die jungen Spieler wie Kimmich und Poulsen werden sich weiterentwickeln und auch eine Liga höher für Furore sorgen. Fazit: Gelingt es Zorniger auch die Reservisten bei Laune zu halten und behalten Spieler sowie Verantwortliche bei einer kurzen sportlichen Durststrecke die Nerven, werden die Rasenballsportler in der bevorstehenden Saison an das Fußball-Oberhaus anklopfen.
FOTO: GEPA Pictures
Nur noch der RB ihr Traditions Lolli’s!!!
Der Plasteverein wird den Direktaufstieg schaffen. Die gesamte Liga, ausser HDH und SV98, wird sich über diesen Milliardärsclub wundern. Aber da gibt es noch das kleine Gallische Dorf. Wir sind ihnen weiterhin auf den Fersen und bedanken uns für das erfolgreiche Fernduell, das unsere Lilien nach Liga 2 gespült hat. Wir dürfen Liga 2, RBL muss Liga 1. Die Sonne scheint, ole, ole, ola!