SC Freiburg: Dämpfer beim FC St. Pauli

Spitzenspiele bleiben dies oft nur auf dem Papier. Dies war auch beim Duell des Tabellenführers SC Freiburg in Hamburg beim FC St. Pauli der Fall. Beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken, klare Torchancen blieben über die gesamte Spielzeit Mangelware. Dass es am Ende doch einen Sieger gab lag an einem Lucky Punch der Heimelf direkt vor dem Abpfiff: nach einem Einwurf, den die Badener nur unzureichend klären konnten, traf Marc Rzatkowski in der 91. Minute zum 1:0-Endstand.

Grifo und Petersen hängen in der Luft

Im Vergleich zum überzeugenden Heimsieg gegen Greuther Fürth hatte Trainer Streich sein Team nur auf einer Position verändert, der zuletzt gesperrte Mensur Mujdza kehrte auf die rechte Seite der Viererkette zurück. Spielerisch war seine Mannschaft dennoch kaum wiederzuerkennen. Sowohl Edeltechniker Vincenzo Grifo, gegen die Franken noch herausragender Matchwinner, als auch Toptorjäger Nils Petersen kamen in der Partie am Millerntor überhaupt nicht zur Geltung – denn die klare Feldüberlegenheit des SC endete spätestens am Pauli-Strafraum. Ein Umstand, mit dem der Trainer auch nach dem Spiel haderte: „Wir waren zwei Drittel des Spiels überlegen und haben im letzten Drittel auch mehr Räume gehabt. Aber wir haben es nicht geschafft, sie zu nutzen.“

Dass ein für den Spitzenreiter enttäuschender Nachmittag letztlich mit einer Last-Minute-Niederlage endete, passte irgendwie ins Bild. Die Mannschaft scheint, trotz ihrer individuellen Klasse, ab und zu den letzten Fokus zu verlieren. Schon beim vorherigen Auswärtsspiel in Karlsruhe hatte es einen Gegentreffer kurz vor dem Ende gegeben, der Punkte kostete. In der Tabelle rücken die Verfolger nun auf, besonders RB Leipzig lauert mit nun nur noch einem Punkt Rückstand. Und Gegner Pauli hat sich durch den Sieg heimlich, still und leise auf Rang 3 geschoben.

Die Chance zur Rehabilitierung haben die Breisgauer  jetzt in zwei aufeinander folgenden Heimspielen. Am Mittwoch geht es im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten FC Augsburg, am kommenden Wochenende gastiert Eintracht Braunschweig an der Dreisam. Dann wird sich zeigen, ob der gebrauchte Tag in Hamburg ein Dämpfer zur rechten Zeit war – oder die erste Ergebniskrise der jungen Saison Einzug hält.

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