SC Freiburg: Mal wieder Nils Petersen
Es war ein wirklicher Knall-Start, den der SC Freiburg mit dem 6:3 im Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg hingelegt hatte. Trainer Christian Streich warnte aber direkt im Anschluss vor jeglicher Euphorie und betonte, dass derartige Highlights keinesfalls der Normalfall im sehr umkämpften Unterhaus sein werden.
Wie Recht er mit seinen Ausführungen haben sollte, offenbarte sich den Anhängern des Absteigers nur eine knappe Woche später. Zwar siegten die Breisgauer am Samstag beim TSV 1860 München erneut, der 1:0-Erfolg war aber keineswegs verdient und ein Highlight schon gar nicht.
Gleiche Aufstellung, vollkommen anderes Spiel
Der Übungsleiter der Gäste schickte eine im Vergleich zum Auftakt unveränderte Startelf ins Rennen. Schon zu Beginn zeigten sich aber zahlreiche Unzulänglichkeiten, insbesondere Innenverteidiger Immanuel Höhn wirkte unsicher. Aber auch bei seinen Nebenleuten paarten sich leichte Abspielfehler mit einem Mangel an Kreativität und so hatten die sehr defensiv eingestellten Löwen über weite Strecken wenig Mühe, den Favoriten von ihrem Tor fernzuhalten.
Lediglich einmal, nach knapp 15 Minuten, blitzte ein wenig fußballerisches Vermögen auf: Vincenzo Grifo feuerte den Ball aus halbrechter Position sehenswert Richtung lange Ecke an den Querbalken. Mehr Torgefahr entstand in der ersten Halbzeit nicht, auch weil Freiburgs Goalgetter Nils Petersen bei der Heimdefensive in guten Händen und weitestgehend abgemeldet war.
Siegtreffer durch unnötige Löwendummheit
Dass die Partie nach dem Seitenwechsel etwas ansehnlicher wurde lag in erster Linie an den Sechzigern. Die waren zwar weit davon entfernt, ihre abwartende Haltung aufzugeben, bekamen jedoch zunehmend die Kontrolle über das Spiel und provozierten immer wieder Fehler. Man hatte den Eindruck, dass ein Tor auf ihrer Seite nun wesentlich wahrscheinlicher schien. Klare Chancen kombinierten sie aber nicht heraus und im Nachhinein wäre etwas mehr Risiko in dieser Phase wohl durchaus sinnvoll gewesen.
Der Sport-Club befreite sich nur noch selten, sorgte aber nach 75 Minuten, begünstigt durch eine individuelle Dummheit, für die Entscheidung. Grifo brachte einen Freistoß hoch in den Strafraum, wo Mike Frantz von seinem Gegenspieler in bester Wrestling-Manier umklammert wurde. Ein ebenso klarer, wie unnötiger Strafstoß, den Petersen sich nicht nehmen ließ und zum 1:0 verwandelte.
Kreativität gesucht
Die wütenden, aber wenig durchdachten, Angriffe der Blau-Weißen in der Schlussviertelstunde überstand der Defensivverbund der Gäste letztlich unbeschadet. Freiburg feiert also den zweiten Sieg im zweiten Spiel, hat aber noch jede Menge Arbeit vor sich. Viele Gegner werden in den kommenden Wochen auf eine tiefe Grundhaltung bauen und kreative Lösungen abfordern. Am Samstag hatte die Streich-Elf davon nur wenige parat und nicht immer wird dann ein glücklicher Lucky Punch gelingen.