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"Scheiße gespielt": Ideenloser HSV mit glücklichem Punkt in Aue

IMAGO / Jan Huebner

Tim Walter hatte schon im Vorfeld des Spiels die Probleme angesprochen, die auf sein Team zukommen würden: Dennoch hatte der Hamburger SV keine Antwort auf ein tiefstehendes Team von Erzgebirge Aue und holte mit viel Glück durch ein kurioses Eigentor der Hausherren noch ein 1:1. Die Norddeutschen sind damit seit sechs Partien ungeschlagen.

Kurioses Eigentor rettet den Punkt

"Heute haben wir ganz ehrlich scheiße gespielt. Das muss man so sagen", wurde Walter von der "Bild" zitiert und versuchte nicht, irgendetwas schönzureden. Sein Team habe "pomadig" agiert. "Solche Tage hat man einfach, dass gar nichts zusammenläuft. Wir sind froh, dass wir wenigstens einen Punkt geholt haben." Dass es dazu kam, dafür mussten sich die Norddeutschen bei den Hausherren bedanken. Denn in der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Aues Dirk Carlson in einer unfassbaren Szene einen Abpraller von der Latte ins eigene Tor und entriss den Hausherren so doch noch den ersten Saisonsieg.

Der Auftritt war aber ein klarer Rückschritt. "Es war heute definitiv nicht unser bestes Spiel, obwohl wir eigentlich sehr gut reingekommen sind, doch dann haben wir nach einer Viertelstunde den Faden verloren", sagte Sebastian Schonlau. Nennenswerte Szenen hatten die Gäste aber auch bis dahin nicht zustande gebracht. Doch auch der HSV hatte bei der Entstehung des 0:1-Rückstandes nach 23 Minuten viel Pech: Eine Flanke wollte Jonas David klären, köpfte dabei aber Antonio Jonjic an, von dessen Kopf der Ball ins Tor ging. Jonas Meffert sprach von einem Gegentor, "das ich so in der Form auch noch nicht gesehen habe". "Wenn du dann hier in diesem Stadion und gegen diesen kämpferischen Gegner zurückliegst, dann wird es verdammt schwer", so Schonlau.

Auch Überzahl hilft nicht

Was gut zu erkennen war: Der HSV – klarer Favorit gegen den Tabellenletzten – kam weiterhin nicht vor das Tor der Sachsen. Stattdessen hätten die Hausherren ihre Führung ausbauen können. Doch Babacar Gueye setzte einen Kopfball knapp neben das Gehäuse der Rothosen (45.+1). Auch nach dem Seitenwechsel kam die Walter-Elf weiterhin nicht mit der defensiven Stabilität Aues klar, war viel zu harmlos. Selbst eine rote Karte gegen Soufiane Messeguem nach 68 Minuten brachte zunächst keinen Erfolg. Die Veilchen zogen sich noch weiter zurück, der HSV spielte sich den Ball rund um den gegnerischen Strafraum hin und her – aber kam nicht zum Abschluss. So musste Carlson nachhelfen…

Trotz des harmlosen Auftritts habe sein Team  an die "Chance geglaubt" und habe "daran gearbeitet, hier doch noch das eine Tor zu machen. Deshalb sind wir froh über diesen glücklichen Punkt, den wir hier am Ende mitnehmen konnten, weil wir trotz unseres schlechten Spiels einfach nicht aufgehört haben", meinte Walter. Mit nun einem Spiel mehr als Rivale St. Pauli steht der seit sechs Spielen ungeschlagene HSV als Fünfter zwei Punkte hinter dem Kiezklub, der Rang zwei innehat. Nach der Länderspielpause geht es mit einem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf weiter.