Schuldenabbau in Rostock: Neue Saison verspricht Rekord-Budget
Der F.C. Hansa Rostock steckt weiterhin in der sportlichen Misere. Wirtschaftlich vermeldete die Kogge hingegen gute Nachrichten, denn die Schulden gegenüber Investor Rolf Elgeti konnten per Sondertilgung verringert werden. In der neuen Saison wird Vorstandsvorsitzender Robert Marien mit einem Rekord-Etat planen - in beiden Ligen.
Schuldenberg sinkt auf 12,6 Millionen Euro
An der Ostsee laufen einige Dinge richtig gut. So darf sich die Hansa-Kogge über den höchsten Zuschauerschnitt seit 1995 freuen, sowie ein "enormes Mitgliederwachstum" für sich verzeichnen. Auch die Zahlen im Merchandising und in der Vermarktung liegen auf Rekordkurs. Dadurch konnte kürzlich eine Sondertilgung von 1,9 Millionen Euro an Investor Rolf Elgeti geleistet werden. "Wir hatten eigentlich etwa eine Million Tilgung vorgesehen. Wegen des guten Geschäftsergebnisses haben wir uns entschlossen, den Betrag fast zu verdoppeln", verkündete Vorstandsvorsitzender Robert Marien in der "Bild"-Zeitung. Der Schuldenberg der Rostocker sinkt auf 12,6 Millionen Euro.
Hätte Hansa die Extra-Summer lieber in den Kader investieren sollen? Als Tabellenvorletzter geht die Kogge in den Endspurt der Saison. "Wir teilen jeden Euro, den wir mehr einnehmen, in vier Bereiche auf: Modernisierung, Sanierung, sportliche Wettbewerbsfähigkeit, Schuldenabbau. Und das Kader-Budget wurde bis heute nicht komplett ausgeschöpft", erklärte Marien bezüglich der Möglichkeiten. Für eine Zukunft auf finanziell soliden Füßen dürften die Entscheidungen nachvollziehbar sein. Zumal Rostock mit einem Rekord-Etat für die kommende Saison planen kann.
Rekord-Etats in beiden Ligen möglich
Beim Klassenerhalt würde Hansa mit einem Etat von 35,8 Millionen Euro in die neue Spielzeit gehen. Ein Gewinn von zwei Millionen Euro wird dahingehend kalkuliert. "Und das ist nicht zu offensiv geplant, da stecken noch Chancen drin", versprach Marien. Auch weitere Sondertilgungen könnten dann möglich sein, was in der 3. Liga nicht der Fall wäre. Dort hätten die Rostocker zwar ebenfalls ein rekordverdächtiges Budget von 23,6 Millionen Euro, würden aber auch einen Verlust von 1,7 Millionen einplanen müssen.
"Weil wir den Kostenapparat nicht im gleichen Rahmen senken könnten wie die Einnahmen, beim Stadion zum Beispiel können wir nichts reduzieren. Aber im sportlichen Bereich, im Nachwuchs und in der Verwaltung würde es nicht ohne Einschnitte gehen. Das zeigt eben – ohne Druck zu machen – dass es um Existenzen geht", blickte Marien voraus. Fernsehgelder, Werbeerlöse und Zuschauereinnahmen werden geringer ausfallen, sodass rund zwölf Millionen Euro an Einnahmen fehlen könnten. Umso wichtiger wäre für die wirtschaftliche Situation der Kogge, dass die Profi-Mannschaft am Sonntag (13:30 Uhr) gegen Kiel den zweiten Sieg der Rückrunde einfährt.