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Sieg nach 0:2-Rückstand: VfL gelingt "megamäßiger Abend"

© imago images / Jan Huebner

83 Minuten lang führte der Bundesligist aus Mainz gegen den VfL Bochum, der aber den sicher geglaubten Sieg in der Nachspielzeit entriss – und sich anschließend trotz widrigster Umstände den großen Wurf sicherte. Im Elfmeterschießen bewiesen die Bochumer ihre Kaltschnäuzigkeit und ziehen zum ersten Mal seit fünf Jahren in die Runde der letzten 16 ein.

VfL entscheidet Krimi für sich

Nach sieben Zeigerumdrehungen zeigte der 1. FSV Mainz 05 bereits seine Bundesliga-Qualitäten und netzte in Person von Jean-Paul Boetius erstmals ein. Obwohl Ex-Bochumer Danny Latza im zweiten Abschnitt für die Mainzer sogar noch erhöhte, konnte der VfL Bochum am Ende des Tages einen Sieg im Elfmeterschießen davontragen – denn die Elf von Cheftrainer Thomas Reis kämpfte sich beherzt in den Pokalabend zurück.

"Wir wussten, dass Mainz schnelle Außen hat. Das haben sie sehr gut ausgenutzt. Die klareren Chancen gingen daher an den Gegner", beobachtete der 47-Jährige den Spielverlauf zunächst mit Sorge, denn der kriselnde Erstligist wollte versöhnliche Weihnachtsfeiertage erreichen. Auf Seiten der Bochumer traf dann ebenfalls ein Ex-Kollege von FSV-Keeper Robin Zentner, ausgerechnet Gerrit Holtmann ließ dem Torwart keine Chance. Der Wahnsinn wurde in der Nachspielzeit perfekt gemacht, als Robert Tesche den Last-Minute-Ausgleich besorgte. Erst danach begann der wahre Krimi.

"Rote Karte kann man geben"

Fünf Zeigerumdrehungen waren in der Verlängerung vergangen, als VfL-Torhüter Manuel Riemann wegen einer Notbremse vom Platz gestellt wurde. "105 Minuten sitze ich auf der Tribüne, fiebere mit und versuche die Mannschaft so gut es geht zu pushen. Und plötzlich stehe ich im Tor", musste sich Ersatzmann Patrick Drewes auf einen fulminanten Schlussspurt gefasst machen. Klar war, dass die Bochumer sich in Unterzahl ins Elfmeterschießen retten wollten – und das gelang dem dem Tabellenvierten.

"Die Rote Karte kann man geben, sie ist für uns aber sehr unglücklich gewesen", haderte VfL-Coach Reis nicht mit dem Platzverweis, sondern lobte viel mehr sein Team für die Reaktion: "Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, wie sie danach gefightet hat." Das Glück des Tüchtigen wurde anschließend belohnt, denn Mainz knallte zwei Elfmeter ans Aluminium, ehe Drewes gegen Mateta parierte. Der Ersatzkeeper fand kaum Worte: "Es war ein rundum megamäßiger Abend für uns." Erstmals seit fünf Jahren zieht der VfL somit ins Achtelfinale ein. Ein Schelm, wer jetzt mit den Bayern rechnet – gegen keinen Gegner spielte der VfL in diesem Jahrzehnt häufiger im Pokal. Aber der Rekordmeister ist vorher sowieso noch in Kiel gefordert.