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So feierte der SC Paderborn den Aufstieg

© imago images

Es ist wohl eines der größten Comebacks des Fußballs: Zwei Jahre nach dem sportlichen Abstieg in die Regionalliga ist der SC Paderborn zurück in der Bundesliga. Weil Union Berlin am Sonntag nicht über ein 2:2 in Bochum hinaus kam, konnte sich der SCP in Dresden eine 1:3-Niederlage erlauben. Der Jubel war riesengroß.

Klement wurde falsch informiert

Als Philipp Klement nach zehn Minuten zur frühen Führung traf, war die Tür zur Bundesliga so weit wie überhaupt möglich geöffnet. Doch weil sich der SCP anschließend gleich mehrere Aussetzer in der Defensive erlaubte und sich zweimal mustergültig auskontern ließ, waren die Ostwestfalen auf Schützenhilfe angewiesen. Bis kurz vor Abpfiff schien der Aufstieg durch die 2:0-Führung des VfL Bochum gegen Union Berlin trotz der sich abzeichnenden Niederlage nicht gefährdet, doch als die Eisernen in der 83. Minute erst zum Anschluss und drei Zeigerumdrehungen später zum Ausgleich kamen, musste der SCP plötzlich wieder zittern.

Das Spiel der eigenen Mannschaft geriet zur Nebensache, gespannt verfolgten die 2.500 mitgereisten Fans über ihre Smartphones das Spiel in Bochum. Nur ein Tor von Union, und Paderborn müsste in die Relegation. Was für eine Zitterpartie! Und in der Tat kamen die Berliner in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch zu einer Riesenchance, doch Manuel Riemann im Bochumer Tor parierte – dann war Schluss. Sekunden später traf die Nachricht auch in Dresden ein, die Mannschaft stürmte jubelnd aus der Kabine, auch bei den Fans war der Jubel und vor allem die Erleichterung riesengroß. Kurios: Philipp Klement hatte zuvor von Schiedsrichter Sven Jablonski die Information erhalten, Union würde mit 3:2 führen. "Ich habe mich mental schon auf die Relegation vorbereitet", sagte der Mittelfeldspieler bei "Sky". "Dann kamen die anderen plötzlich rausgelaufen und ich dachte: 'Was ist hier los?'"

Frenetischer Jubel

Gesänge wie "1. Bundesliga, Paderborn", "Der SCP ist wieder da" und "Ost-, Ost-, Ostwestfalen" wurden angestimmt – und alle zogen mit. Minutenlang wurde die Mannschaft auf dem Platz gefeiert, ehe sie zu den Fans in den Block kam und die obligatorische Humba anstimmte. Knapp 20 Minuten nach Spielende fand auch Trainer Steffen Baumgart samt Familie den Weg vor und später in den Gästeblock, wo er frenetisch bejubelt wurde. "Die Jungs haben zwei Jahre überragend gearbeitet. Auch wenn das heute ein scheiß Spiel war. Das ist überragend geil", sagte der SCP-Coach nach dem Spiel bei "Sky" und blieb gewohnt trocken:"Wir sind sowieso der erste Absteiger jetzt. Aber wir gehen nicht hin, um zusagen: Wir gehen wieder runter. Wir werden fighten."

In der Kabine ging die Party anschließend weiter.

Am frühen Abend reisten die Paderborner Aufstiegshelden mit dem Flugzeug zurück und wurden am Flughafen Paderborn/Lippstadt von mehreren hundert Fans euphorisch empfangen.

Was für ein Empfang am Paderborn-Lippstadt Airport 👏🏻 Danke!

Gepostet von SC Paderborn 07 e.V. am Sonntag, 19. Mai 2019

Am Montagabend stand die Aufstiegsparty vor dem Rathaus an – über 10.000 Fans feierten ihre Helden trotz teils ergiebiger Regenfälle.

🎵 Paderborn, meine Stadt ich liebe Dich🎵

Gepostet von SC Paderborn 07 e.V. am Montag, 20. Mai 2019

Mehrmals wurde zudem "Ohne Bochum wären wir gar nicht hier" angestimmt, dazu lief Herbert Grönemeyers "Bochum" über die Lautsprecher:

Am späten Abend feierte die Mannschaft in einer Paderborner Disko weiter, in den nächsten Tagen geht es nach Mallorca.