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So plant der SC Paderborn für die Bundesliga

© imago images / pmk

Am Montagabend zusammen mit über 10.000 Fans vor dem Rathaus gefeiert, ging es für die Spieler des SC Paderborn am Dienstagvormittag nach Mallorca – in Trikots des VfL Bochum. Während die Protagonisten Party machen, laufen im Hintergrund die Planungen für die zweite Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte.

Profietat steigt deutlich

Aufstieg 2014, Abstieg 2015, Abstieg 2016, sportlicher Abstieg 2017, Aufstieg 2018 und Aufstieg 2019: Kein anderer Verein im deutschen Profifußball durchlebte in den vergangenen Jahren eine derart verrückte Achterbahnfahrt. Mit der Rückkehr in die Bundesliga schließt sich nun ein Kreis – und dieses Mal will der SCP länger als nur ein Jahr in einer Liga verbleiben.

Dafür wird der Profietat laut dem "Westfalen Blatt" von derzeit 6,5 auf 22 Millionen Euro angehoben. Möglich wird dies vor allem durch die steigenden TV-Einnahmen: Statt wie in der abgelaufenen Saison acht Millionen Euro, streicht Paderborn in der Bundesliga satte 33 Millionen Euro ein. Viel Geld, das der SCP – anders als in der letzten Erstliga-Spielzeit – nicht allein in den Schuldenabbau (über sieben Millionen Euro) investieren will.

Alle Spieler unter Vertrag

Die spannende Frage: Gelingt es den Ostwestfalen, Leistungsträger wie Philipp Klement, Sebastian Vasiliadis und Christopher Antwi-Adjei zu halten? Klar ist: Bis auf die ohnehin bereits als Abgänge feststehenden Michael Ratajczak, Leon Fesser, Olivér Schindler, Lukas Boeder und Sascha Heil besitzen alle Spieler einen Vertrag – und würden dementsprechend viel Geld kosten. Etwaige Ausstiegsklauseln sollen bereits abgelaufen sein. Mohamed Dräger ist unterdessen noch bis 2020 vom SC Freiburg ausgeliehen, allerdings könnten die Breisgauer den Rechtsverteidiger bereits jetzt zurückholen. Bei Bernard Tekpetey besitzt der FC Schalke eine Rückkaupfoption für 1,5 Millionen Euro, die nach Angaben der Zeitung allerdings in dieser Woche ausläuft. Massih Wassey und Felix Herzenbruch spielen in den Planungen keine Rolle mehr und können den Verein verlassen.

Noch offen ist derweil, wie es für die verliehenen Phlipp Tietz (Carl Zeiss Jena), Julius Düker (Eintracht Braunschweig), Felix Drinkuth (Sportfreunde Lotte) und Luca Pfeiffer (VfL Osnabrück) weitergeht. Eine Entscheidung soll noch in dieser Woche fallen.

Als Neuzugänge werden Stürmer Streli Mamba von Drittliga-Absteiger Energie Cottbus, Marcel Hilßner vom F.C. Hansa Rostock sowie die Nachwuchstalente Luca Kilian (19, Innenverteidiger) von Borussia Dortmund sowie Gianni Azzinnari (17, Linksaußen) aus der U19 von Cosenza Calcio gehandelt. Die offiziellen Bestätigungen stehen jeweils noch aus. Gleiches gilt für Manager Markus Krösche, der vor einem Wechsel zu RB Leipzig steht. Ein Bekenntnis zum SCP vermied der 38-Jährige in der Stunde des Aufstiegs.

Stadion eigentlich zu klein

Der Dauerkarten-Vorverkauf soll in den nächsten Wochen starten, zunächst werden die bisherigen Jahreskarten-Inhaber sowie Mitglieder ein Vorkaufsrecht haben. Geplant ist, so das "Westfalen Blatt", maximal 8.000 bis 9.000 Dauerkarten zu verkaufen, um möglichst vielen Fans einen Stadion-Besuch in der kleinsten Arena der Bundesliga zu ermöglichen. Mit 15.000 Plätzen ist die Benteler-Arena eigentlich zu klein, seit 2017 schreibt die DFL eine Mindestkapazität von 18.000 Plätzen vor. Der SCP hofft auf eine Ausnahmegenehmigung, um den Ausbau erst zu Beginn der Saison 2021/22 realisieren zu müssen. In diesem Fall würden über alle Tribünen Balkone mit insgesamt 3.000 Sitzplätzen eingehängt werden. Bereits in einem Jahr soll der VIP-Bereich um eine Etage aufgestockt werden.

Auf ein Trainingslager verzichten die Ostwestfalen derweil, das erste Training ist am 30. Juni geplant. Die Bundesliga-Saison beginnt am 16. August, eine Woche vorher steht die erste Runde im DFB-Pokal an. Spätestens dann wird der SC Paderborn realisiert haben, dass er zurück auf der großen Bühne ist.