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Später Knockout für den KSC: "Das hat uns ins Herz gestochen"

IMAGO / Uwe Kraft

Gut gespielt, am Ende aber mit der letzten Aktion verloren. Der Karlsruher SC erlebte am Montag bei Fortuna Düsseldorf einen ganz bitteren Abend und verlor in der fünften Minute der Nachspielzeit mit 2:3. Bei den Beteiligten herrschte eine gemischte Gefühlslage. Neben dem Ärger über die Pleite herrschte auch Stolz über die Leistung im vierten Spiel binnen zehn Tagen.

Seit acht Spielen ohne Sieg

Auch wenn schon ein paar Minuten seit dem Abpfiff vergangen waren – die Laune von Christian Eichner auf der Pressekonferenz war noch immer merklich getrübt. Das Erlebte war noch nicht verarbeitet. Was bei der Art und Weise, wie die 2:3-Niederlage des Karlsruher SC bei Fortuna Düsseldorf zustande kam, überhaupt nicht verwunderte. In der fünften Minute der Nachspielzeit hatte Shinta Appelkamp die Hausherren nach einem Abpraller vom Aluminium zum Sieg geschossen. "Wann es fällt, wie es fällt – brutal!", sagte KSC-Coach Eichner. "Wir hatten vorne glaube ich einen Einwurf in der 94. Minute, da müssen wir versuchen die Kugel zu halten, ein Foul zu ziehen oder noch einen Einwurf rauszuholen. Da dürfen wir einfach keine klare Torchance mehr zulassen", zeigte sich Marvin Wanitzek auf der Homepage der Badener verärgert.

Nach einem guten Start ins neue Jahr wartet der KSC mittlerweile seit acht Partien auf einen Sieg, holte sechs Remis. Seit dem Re-Start nach der Corona-Quarantäne im April standen jedoch auch vier Spiele binnen zehn Tagen an. Das straffe Programm macht es nicht leichter, Erfolge einzufahren. "Wir haben in den letzten Spielen alles reingeworfen und auch heute. Und wir wollen keine Ausreden suchen für die letzten Wochen, es gibt mehrere Mannschaften, die haben diese Situation auch", meinte Philipp Hofmann. Dennoch richtete er ein Kompliment an die Mannschaft, "wie sie das nach der Quarantäne jetzt übertragen hat auf den Platz. Aber da fehlt dann noch ein kleines Stück, damit wir auch ganz oben mitspielen können".

"In Schlagdistanz zu einem Schwergewicht"

Und trotz der Strapazen waren die Karlsruher in Düsseldorf "in Schlagdistanz zu einem der ganz großen Schwergewichte der Liga. Das ist gut", lobte Eichner. Fügte jedoch an: "Aber wir müssen auch mitnehmen, dass wir uns auf dem Spielfeld unterhalten müssen. Darauf kommt es an. Da müssen wir einen Schritt zulegen." Denn er war mit der Kommunikation seiner Spieler nicht immer zufrieden. "Schlampige Abspiele" hätten in der Folge zu Gegentoren geführt. So hatte die Führung der Gäste nach neun Minuten (es war ein Eigentor von Kevin Danso) nur bis zur 35. Minute Bestand, ehe die Rheinländer per Elfmeter durch David Kownacki ausgleichen konnten (35.).

Auch wenn der KSC nach dem Seitenwechsel "viel Ballbesitz" hatte, konnten die Fortunen erneut treffen – Brandon Borrello war zur Stelle (73.). "Du hast das Gefühl, du hast das Spiel unter Kontrolle, liegst aber zurück", haderte Eichner. Nach dem 2:2-Ausgleich per Strafstoß durch Wanitzek habe sein Team "in den letzten zehn, 15 Minuten sogar noch auf Sieg gespielt". Den Lucky Punch setzten aber die Düsseldorfer: "Das hat uns ins Herz gestochen", sagte der 38-jährige Fußballlehrer.