St. Pauli auf Schalke: "Kannst nicht nur gewinnen, sondern..."

Der FC St. Pauli hat das Highlight in der Gelsenkirchner Veltins-Arena vor der Brust (Freitag, 18:30 Uhr). Eine entscheidende Frage für das Team von Fabian Hürzeler dürfte in dieser Begegnung sein, wie sich die Abwehr verhält. Sattelfest wie in Unterzahl oder wild wie bei einer deutlichen Führung? Die Kiezkicker stehen vor "der schwersten Phase der Saison".

"... auch etwas verlieren"

Vor drei Wochen endete die Serie der ungeschlagenen Spiele für den FC St. Pauli mit einer Niederlage in Magdeburg (0:1). Seitdem gewannen die Hamburger wieder zwei Partien - und zeigten doch zwei unterschiedliche Gesichter. Beim 1:0-Sieg gegen Braunschweig war die Defensive trotz Unterzahl nicht zu knacken, beim 4:3-Erfolg im Top-Spiel gegen Kiel verführte die hohe Führung zur Nachlässigkeit. "Beim Verteidigen fängt viel im Kopf an. Da geht es um die Bereitschaft und die Einstellung", machte FCSP-Coach Fabian Hürzeler daher noch einmal deutlich. Vor dem Spiel gegen den FC Schalke 04 werden die Sinne am Millerntor geschärft.

Im letzten Drittel der Saison ist der Tabellenführer weiter gefordert. "Eine Saison ist ein Marathon. In der entscheidenden Phase musst du stabil sein, Widerstände annehmen und bereit sein, den inneren Schweinehund überwinden", erklärte der 31-Jährige voller Überzeugung. Und klar sei: "Das ist genau die Phase, in der wir gerade sind." Der Vorsprung von sieben Punkten auf den dritten Rang erscheint komfortabel zu sein, doch die Anzahl der erlaubten Ausrutscher bleibt begrenzt. Auch das sei in den Köpfen der Spieler angekommen: "Ich glaube, das ist die schwerste Phase der Saison, weil du nicht nur gewinnen kannst, sondern du kannst auch etwas verlieren."

Hürzeler orientiert sich an Träumen

Den Eindruck, dass die Kiezkicker einbrechen könnten, vermittelt der FCSP aktuell aber nicht. Nun steht das Spiel auf Schalke an - und bei vielen Fans werden die Erinnerungen an die Partie vor zwei Jahren wach, als die Königsblauen den Aufstieg feierten. "Wenn 60.000 Fans versuchen, auf den Platz zu kommen und die Spieler feiern, dann macht das was mit dir. Natürlich sind das Bilder, die immer in Erinnerung bleiben", erinnerte sich auch Hürzeler. Mit klarer Botschaft: "Wir versuchen, ähnliches zu erreichen." Dazu stehen außer Etienne Amenyido (Aufbautraining) alle Spieler zur Verfügung. Auf Abruf steht lediglich Simon Zoller, dem Vaterfreuden bevorstehen.

Auf Schalke rechnete Hürzeler darüber hinaus mit einem intensiven Spiel. "Auf Schalke erwartet uns eine laute Atmosphäre. Dafür musst du bereit sein. Als Spieler und als Mannschaft", forderte der 31-Jährige daher von seinem Team. Und warnte: "Schalke ist eine Mannschaft, die individuell sehr stark besetzt ist und gerade zuhause schon sehr gute Spiele gemacht hat. Deswegen wird es ein harter Gegner, auf den wir vorbereitet sein müssen. Wir müssen uns sowohl auf eine Fünfer- als auch auf eine Viererkette vorbereiten. Ich kann nur Vermutungen aufstellen." Zurückhaltung - auch angesichts von einigen Akteuren mit vier gelben Karten - sei nicht angesagt. Denn für Hürzeler stand das ganz große Ziel fest: "Es ist wichtig, Träume zu haben, die dir Orientierung geben." Den nächsten Schritt will der FC St. Pauli nun gehen.

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